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Es gibt viele Beispiele, wie der Mensch in das
Gleichgewicht der Hydrosphäre eingegriffen hat. Dazu gehören:
- Nutzung der natürlichen Wasservorräte
- Einleitung von Abwasser in natürliche
Gewässer
- Verklappung von chemischen Industrieabfällen
in den Meeren
- Versenkung von radioaktiven Abfällen im
Meer
- Aufheizung der Gewässer
- Schiffshavarien mit Ölverlust
- Veränderung natürlicher Verläufe
von Flüssen usw.
Die Abb. 13 zeigt
die typische Situation deutscher Bäche und Flüsse vor
30 Jahren: Man sieht die Wasseroberfläche mit weißen
Schaumkronen bedeckt. Damals gelangten ungehindert waschmittelhaltige
Abwässer der Industrie und Haushalte in die Gewässer.
Die Detergenzien
(seifenartige Stoffe ) verringerten die Oberflächenspannung,
sodaß für Wasserläufer keine Chance bestand. Auch
die Einzeller des Planktons starben durch Veränderung der Permeabilität
der Membran. Schlimmer waren die anderen Bestandteile der Waschlauge:
die Phosphate, die damals
noch den Waschmitteln als Wasserenthärter zugesetzt
waren. Als Folge davon traf man immer mehr Teiche und Seen an, die
ein übermäßiges Pflanzenwachstum zeigten.
( siehe Abb. 14)

Teilweise schwammen
tote Fische auf dem Wasser und es stiegen regelmäßig
Blasen auf. In den Zeitungen konnte man später lesen,
daß Flüsse wie der Main und die Elbe biologisch tot
seien, kein Fisch, kein Insekt war mehr sichtbar.
Was war geschehen?
Phosphate sind Dünger
für Pflanzen! Durch die Einleitung
von waschmittelhaltigen Abwässern wurden in den 60er Jahren
die Produzenten faktisch gedüngt.
Folge: ein enormes
Wachstum, was wiederum die Populationen der Konsumenten der 1. und
folgender Ordnungen anwachsen ließ. Nun hatten auch die Destruenten
mehr Arbeit. Der ständige Zustrom von Phosphat führte
also zu einer fortlaufenden Erhöhung der Populationsdichten
aller Mitglieder der Nahrungskette. Man nennt die Anreicherung eines
Gewässers mit Nährstoffen Eutrophierung.

Der Vermehrungsprozess
geht solange gut, solange genügend Lebensraum und vor allem
Sauerstoff vorhanden ist. Da die Algen sich im oberen Bereich
des Wassers aufhalten, entweicht ein Großteil des zusätzlich
produzierten Sauerstoffs in die Atmosphäre. Bei andauernder
Eutrophierung sterben die Arten gemäß ihres Sauerstoffverbrauchs
ab. Es bildet sich vermehrt Faulschlamm.
Da die Destruenten der 2. Ordnung aerobe Bakterien sind, gehen auch
diese zugrunde und es bleiben die anaeroben Destruenten im Übermaß
zurück, die durch den See mit NH3 und
H2S und Methan, also Giften anreichern:
das Gewässer ist umgekippt,
der See ist biologisch tot!
Viele Gewässer
erlitten damals dieses Schicksal. Auch Teile des Bodensees im Süden
Deutschlands waren nahe am Umkippen wie heute der biologisch tote
Erie-See im Norden der USA.
Man zog in den 70er Jahren die Konsequenzen
und brachte eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg, die bis
heute die Situation deutlich verbessert haben. Unter anderem waren
dies:
- das Waschmittelgesetz
von 1975, das den Herstellern vorschrieb den Gehalt an Phosphat
in Stufen zu reduzieren. Heute besitzen alle Waschmittel Phosphat-Ersatzstoffe,
meist Sasil, ein bioneutrales Mineral.
- Bessere Klärung
der Abwässer, Einleitung nur noch vollständig geklärter
Abwässer
Viele Kläranlagen
erhielten eine weitere 3. Stufe, um Salze zu entfernen.


Heute gibt es viele Verordnungen,
die dafür sorgen, daß schadstoffbelastete Abwässer
nicht mehr in natürliche Gewässer eingeleitet werden dürfen.
Große Probleme bestehen weiterhin jedoch bei den Meeren, da
es international zu deren Schutz noch keine ausreichenden Vereinbarungen
gibt.
Weitere Informationsquellen über Gewässerverschutzung
(siehe unten).
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Abb. 13
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Fluß mit Waschmittelschaum
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ca. 1970
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Abb. 14
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eutrophiertes Gewässer
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Abb. 15
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Nahrungskreislauf See mit Eutrophierung
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Abb. 17
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Schema einer Kläranlage
(zweistufig)
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Eine Kläranlage sollte aus 3 Stufen bestehen: mechanische
Stufe, biologische
Stufe, chemische
Stufe.
Mechanische Stufe:
entfernt groben Unrat
Biologische Stufe:
Mikroorganismen zersetzen die organischen Stoffe (mit O2)
Chemische Stufe:
Salze wie Phosphat werden ausgefällt
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