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Nachdem wir nun die Lebensbeziehungen einiger Organismen
zu ihrer Umwelt betrachtet haben, wollen wir uns einem Ökosystem
als Ganzes zuwenden. Bisher haben wir Landtiere näher untersucht,
also wird es Zeit mal ein Gewässer zu analysieren; wir wollen
einen Teich
als Modell für ein Ökosystem heranziehen.

Auf der Seite http://www.schnet.edu.au/yarrawater/mp.htm
kann man das Ökosystem Teich sehr umfassend erforschen.
In http://www.arch.usf.edu/ficus/ecosyst/outside.htm
finden Sie ein Liste vieler verschiedener Ökosysteme zum herumsurfen.
Deshalb beschränken wir uns hier auf das Wesentliche.
Die Abbildung zeigt einen Teich mit Zufluß,
Freiwasserbereich (= Pelagial)
und Bodenbereich (= Benthal).
Den Bodenbereich kann man wiederum in die Uferzone ( = Litoral)
und Tiefenzone (= Profundal)
aufgliedern.
Darin findet man z. B. folgende Organismen:
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- Bakterien und
Pilze
- Wasserpflanzen wie Farne,
Wasserhyazinthen, Wasserpest, Wasserlilien, Seerosen
- Rädertierchen,
- Süßwasserpolypen,
- Phytoplankton wie Euglena,
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- Zooplankton
- Würmer wie Röhrenwürmer,
Plattwürmer
- Krebstiere, wie Wasserflöhe
und Ruderfußkrebse
- Weichtiere wie Schnecken
und Muscheln
- Insekten wie Stechmücken,
Libellen, Fliegen, Wasserwanzen, Wasserläufer, Springschwänze,
Wasserkäfer, deren Larven
- Spinnen, Wassermilben
- Amphibien wie Frösche
und Kaulquappen
- Fische wie Forellen und
Karpfen
- Reptilien wie Schildkröten
und Schlangen
- Vögel wie Enten und
Reiher
- Säugetiere wie Wasserratten
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Diese stehen in vielfachen
Wechselbeziehungen zueinander. Man bezeichnet diese als biozönotischer
Konnex. Sie bilden ein Nahrungsnetz.
Wir erinnern uns: Lebewesen benötigen
eine Energiequelle, Wasser und
Nahrung. Überlegt man sich, wer sich von wem oder
was ernährt, kommt man schnell darauf, daß es bezüglich
der Ernährungsweise 3 Gruppen Organismen gibt:
- Pflanzen ernähren
sich von anorganischen Stoffen (Salzen, CO2) und benötigen
Licht
- Pflanzenfresser
nehmen das organische Material der Pflanzen auf
- Tierfresser
nehmen das organische Material der Tiere auf
So ergibt sich folgende Nahrungskette:
Mineralstoffe, CO2
<-- Pflanzen <-- Pflanzenfresser <-- Tierfresser.
Zu bemerken ist, daß in der Natur eine solch
lineare Nahrungskette selten vorkommt. Man findet meist ein ganzes
Netzwerk gegenseitiger Abhängigkeiten.
Wie wir aus vielen Beispielen wissen, funktionieren
in der Natur bei relativ konstanten Umweltbedingungen die Nahrungsbeziehungen.
Die Populationen schwanken zwar, trotzdem ist für jeden ausreichend
Nahrung vorhanden. Es muß also genügend Pflanzenfresser
als Futter für die Tierfresser geben, genügend Pflanzen
für die Pflanzenfresser und ausreichend Mineralstoffe für
die Pflanzen. Betrachtet man die obige Kette alleine, so ergeben
sich 2 Probleme:
- Den Mitgliedern einer solchen Kette geht irgendwann
die Nahrung aus wenn z. B. die Mineralstoffe verbraucht sind.
- Was passiert mit den gestorbenen Mitgliedern
der Kette?
Es muß also noch jemanden geben, der für
die Beseitigung der Kadaver und Pflanzenreste sorgt und der Mineralstoffe
(Dünger) produziert.
Wir haben beim Kompostierungsbeispiel gesehen,
wer dafür sorgt: die Mikroorganismen und Wirbellosen im
Boden. Benennt man die Organismengruppen einer Nahrungskette
nach ihrer Funktion so kann man
- die Mikroorganismen als Destruenten
(Abbau organischen Materials
zu anorganischen Stoffen)
- die Pflanzen als Produzenten
(Synthese organischen Materials aus anorganischem
durch Photosynthese)
- und die Tiere und als Konsumenten
(Aufnahme organischer Stoffe zur Verstoffwechselung
und Energiegewinnung)
bezeichnen.
Wir müssen also die Nahrungskette von oben
ergänzen:

Das Phytoplankton und die Wasserpflanzen bilden
die Produzenten. Pflanzenfresser wie Kleinkrebse nehmen die
organischen Stoffe, die die Pflanzen gebildet haben auf (Konsument
1. Ordnung). Der Wasserläufer als Tierfresser ernährt
sich von anderen Kleintieren ( Konsument 2. Ordnung), wird
aber selbst von Fischen oder Vögeln gefressen (Konsumenten
3. Ordnung). Die Destruenten 1. und 2. Ordnung wandeln
die abgestorbenen organischen Reste in anorganische Nährstoffe
für die Pflanzen um.

Für andere Ökosysteme
kann man den gleichen Kreislauf formulieren. Die obigen Abbildungen
sind stark vereinfacht und in Wirklichkeit viel komplizierter.
In einem solchen Nahrungskreislauf herrscht unter
natürlichen Bedingungen ein
biologisches
Gleichgewicht, d. h.
es findet ein ständiger Substanzfluß
statt. Da Energie weder geschaffen noch vernichtet werden kann und
immer vom höheren zum niedrigeren Niveau fließt (Gesetze
der Thermodynamik), gibt es den Energiefluß nur in eine
Richtung, und zwar von der Sonne durch die Lebewesen hindurch und
als Wärme in die Atmosphäre.
Analysieren wir mal den Weg der Stoffe von den
Produzenten zu den Konsumenten.

Die Produzenten bilden
mit Hilfe von Licht durch Photosynthese
aus anorganischen Stoffe organische. Die Lichtenergie speichern
sie in ATP, um körpereigene Lebensvorgänge ablaufen zu
lassen. Die organischen Stoffe werden von den Konsumenten
der 1. Ordnung (Pflanzenfressern) aufgenommen. Durch die
Verdauung werden Kohlenhydrate, Fette und Proteine in Glucose,
Fettsäuren und Aminosäuren zerlegt und zum Aufbau
körpereigener Substanz verwendet. Die Glucose wird zum Energiegewinn
abgebaut, woraus die Konsumenten wieder ATP für die Lebenvorgänge
gewinnen. Dieser Vorgang heißt Zellatmung.
Interessant ist, daß er gerade umgekehrt verläuft wie
die Photosynthese!
Wenn Sie ihre Chemiekenntnisse anwenden, sehen
Sie, daß die Oxidationsstufe des Kohlenstoffs im CO2
+IV und in der Glucose meist 0 ist.
Das bedeutet, die Photosynthese ist eine Reduktion
( energieverbrauchend = endergonisch),
die Zellatmung eine Oxidation (energieproduzierend = exergonisch),
was man am Verbrauch von O2 sehen kann.
Konsumenten der 2. Stufe, (Tierfresser)
nehmen ebenfalls organische Stoffe von den Konsumenten der
1. Stufe auf, und verstoffwechseln diese usw.
Betrachten wir noch den Stoffwechsel der Destruenten.
Die grundsätzlich wichtigsten Destruenten
sind die Bakterien. Dazu gehören Schwefelbakterien
in Teichen, Seen, Rieselfeldern der Arten Beggiatoa und Thiothrix.
Weiterhin sind nitrifizierende
Bakterien der Gattung Nitrosomonas
und Nitrobacter wichtig.
Abgestorbenes organisches Material wird durch
Fäulnisbakterien (anaerob) zersetzt, wobei u. a. H2S
und NH3 ensteht. Die Schwefelbakterien oxidieren
H2S zu Schwefel und weiter zu Sulfat. Die nitrifizierenden
Bakterien oxidieren Ammoniak zu Nitrit und weiter zu Nitrat.
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Beggiatoa/
Thiothrix:
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H2S + 0,5 O2
-----> S +H2O; S + H2O +1,5 O2
-----> SO42-
+2 H+
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Nitrosomonas:
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NH3 + 1,5 O2 ----->NO2-
+ H2O + H+
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Nitrobacter:
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NO2- + 0,5 O2 ----->
NO3-
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Die Bakterien gewinnen dabei
Energie zum Leben. Wie man sieht, brauchen sie O2, sie
sind aerob. Eine genaue Liste und mehr Details zur Nitrifikation
sieh in http://burgundy.uwaterloo.ca/biol446/chapter8.htm
NO3- und SO42-
sind Dünger für Pflanzen, womit sich der Kreislauf der
Materie wieder geschlossen hat.
Produzenten und die Konsumenten der verschiedenen
Stufen bilden eine Nahrungspyramide.
Das bedeutet, die Produzenten sind in gewaltiger
Überzahl vorhanden (z. B. ein Wald mit Millionen von Pflanzen),
weit weniger Pflanzenfresser nutzen dieses Nahrungsangebot
(die Anzahl der Rehe oder Eichhörnchen ist überschaubar)
und wenige Tierfresser (z. B. Füchse, Uhus) finden ihre
Nahrung unter den Pflanzenfressern.
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