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2.1.2
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Abiotische Faktoren
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Temperatur -
lokale Betrachtung |
- Temperatur
- Pinguine
- Bergmannsche Regel
- Pessimumgesetz
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Bei der globalen Betrachtung haben wir die Biosphäre
als Ganzes gesehen. Nun wollen wir die abiotischen Auswirkungen
am unteren Ende der Hierarchie betrachten.
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einzelnes Lebewesen mit den Kennzeichen des Lebens
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Population von Individuen die sich fortpflanzen können
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Anzahl Spezies an einem Ort
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Gruppe von Organismen (Pflanze/Tier), die eine bestimmte
Rolle im System spielen, gemeinsam zusammenleben und miteinander
in Wechselwirkung stehen
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eine natürliche Einheit von Lebewesen, und Umwelt
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ein großes geographisches Gebiet mit einheitlichen
klimatischen Bedingungen, einem Komlex von Biozönosen
charakterisiert durch bestimmte Vegetation
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der Teil der Erdkruste, Wasser und Atmospäre wo
Organismen leben
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Alle Lebewesen benötigen einen bestimmten
Temperaturbereich. Der mittlere Bereich ist der Beste. Man nennt
ihn Temperaturoptimum. Zu niedrige und zu hohe Temperaturen
führen zum Absterben ( siehe Pessimum-Gesetz
weiter unten)
Wechselwarme
Lebewesen (Wirbellose, Fische, Amphibien, Reptilien) können
ihre Körpertemperatur nicht kontrollieren. Sie müssen
deshalb in einem engeren Temperaturbereich leben wie Gleichwarme
(Vögel, Säugetiere).
In nördlichen Klimazonen sind viele gleichwarme
Vögel und Säugetiere aktiv, wenn wechselwarme Amphibien
und Reptilien überwintern müssen.
Beispiel
1 Verbreitung
von Pinguinen
Pinguine
sind flugunfähige Vögel, die nur auf der Südhalbkugel
vorkommen. Es gibt 17 Arten, die zwischen den Galapagos-Inseln und
dem antarktischen Kontinent leben. Man findet sie ebenfalls in Afrika,
Australien und Neuseeland.
Systematik:
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Reich:
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Tiere
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| Stamm: |
Chordata
(Chordatiere) |
| Klasse: |
Aves (Vögel) |
| Ordnung: |
Sphenisciformes
(Flossentaucher) |
| Familie:
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Spheniscidae
(Pinguine) |
Sie werden in 6 Gattungen
eingeteilt. Die mittlere Körpergröße schwankt von
39 cm bis 130cm je nach Gattung.
Die größte Gattung, die Kaiserpinguine
( bis 130 cm) leben auf dem antarktischen Kontinent entlang der
Küste bei teilweise -40 °C.
Die kleinste Gattung, die kleinen blauen Pinguine
( bis 40 cm) sind an den südlichen Küsten Australiens
und Neuseelands beheimatet.
Die nördlichste Gattung ist der Galapagos-Pinguin
( 55 cm) am Äquator.
Interessant ist, daß im Wesentlichen
die Pinguine umso größer sind, je südlicher sie
vorkommen.
Abb. 21 enthält
eine kleine Auswahl von Gattungen. Die Darstellung zeigt auch, daß
die Abhängigkeit von Verbreitung und Körpergröße
eine gewisse Abweichung aufweist. Das Verbreitungsgebiet der Pinguine
umfaßt einen Temperaturbereich von 16-28° C (Seetemperatur
Galapagos) bis - 40° auf dem antarktischen Kontinent.
Die Körpermasse des kleinen blauen Pinguins
ist 1 Kg, die des Galapagos-Pinguins beträgt
im Mittel 2,2 Kg, die des Kaiser-Pinguins 30 Kg.
Der Unterschied ist ca. das 30-fache. Vergleichen wir jedoch die
Oberfläche und das Volumen erhält man eine
interessante Beziehung:
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Abb. 17
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Kaiserpinguine
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Abb. 18
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Küste auf Galapagos
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Abb. 20
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Galapagos Pinguine
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Das Verhältnis Oberfläche
zu Volumen beim Kaiser-Pinguin ist nur ca. 1/3 wie
der beim kleinen blauen Pinguin, d.h. der
Kaiserpinguin verliert durch seine Körperfläche wesentlich
weniger Energie als der kleine blaue Pinguin. Die Nahrungsaufnahme
zur Energieproduktion kann deshalb auch geringer sein.
Diese Anpassung an die Temperatur ist typisch
für viele Säuger und Vögel, sie entspricht der Bergmannschen
Regel. Dieses
Prinzip findet man auch beim Vergleich anderer Körpereigenschaften
z.B. Körperextremitäten wie Ohren sind bei Arten kalter
Gebiete meist kleiner wie bei Tieren warmer Gebiete.
Wechselwarme Tiere ( z. B. Insekten
oder Reptilien) sind dort in großer Artenzahl und mit teilweise
extremer Körpergröße vorhanden, wo die Temperatur
gleichbleibend hoch ist: in den Tropen.
2.1.3 Pessimum-Gesetz
Abiotische Faktoren wie die Temperatur bestimmen
also, welche Typen von Lebewesen in der speziellen Umwelt leben.
In der Wüste, wo es nur wenig Wasser und einen starken
Temperaturwechsel von heiß zu kalt gibt, können nur
stark anpassungsfähige Pflanzen überleben, wie z. B. Kakteen.
Den Bereich eines Umweltfaktors, innerhalb dessen
eine Art lebt, bezeichnet man als ökologische
Potenz gegenüber dem Umweltfaktor.
Sie kann eng (stenök) oder weit
(eurök) sein. Bären und Ratten
sind eurök bezüglich der Temperatur, die Bachforellen
sind stenök, denn sie brauchen eine bestimmte Wassertemperatur.
Die Population wird durch den ungünstigsten
Faktor bestimmt (Wirkungsgesetz der Umweltfaktoren): Pessimum-Gesetz
(Minimumgesetz).

Die Abbildung links gibt den Zusammenhang wieder:
Die ökologische Potenz ist der Bereich, in dem sich
die Art noch fortpflanzt.
Das Optimum ist der Bereich, in dem die Art am besten gedeiht.
Der Pessimumbereich ist der Bereich, in dem die Art gerade
noch existieren kann, begrenzt durch die Minima oder die Kardinalpunkte.
Das Pessimumgesetz wurde schon 1840 durch Justus
v. Liebig im Zusammenhang mit der Düngung von Pflanzen
aufgestellt. Er nannte es Gesetz
vom Minimum. Liebig erkannte, daß immer der Wachstumsfaktor
das Pflanzenwachstum begrenzt, der sich im Minimum befindet. Ist
zum Beispiel Stickstoff im Minimum,
kann eine Zugabe anderer Faktoren das Wachstum nicht steigern. Eine
Düngung mit Stickstoff dagegen steigert das Wachstum bis wieder
ein anderer Faktor im Verhältnis zum Bedarf im Minimum ist.
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Abb. 21
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Pinguine - Größenvergleich
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Abb. 22
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Temperaturabhängigkeit
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Untersuchung
zu abiotischen und biotischen Faktoren
:
Studium eines Mikrobiotop z. B. unter einem Stein,
unter einem verrottenden Balken, oder der Rinde am Fuß eines
Baums oder in einem Graben usw.
Material:
250 ml Becherglas, Metermaß, Waage, kleine Plastiktüte,
Herd/Mikrowelle/Brutschrank
Aufgaben:
- beschreiben Sie es, listen sie einige abiotische
und biotische Faktoren auf.
- vergleichen Sie die verschiedenen Faktoren
mit den Faktoren eines großen Biotops
Vorgehensweise:
- Arbeiten Sie in Gruppen zu drei Personen;
eine ist für Pflanzen, eine für Tiere und eine für
physikalische Faktoren zuständig.
- Wählen sie ein geeignetes Mikrobiotop
aus (siehe oben)
- Beobachten Sie den Ort ihres Mikrobiotops,
seine Wasserversorgung, wie es Wind und Erosion ausgesetzt ist
und welche relative Menge Licht es bekommt. Vergleichen Sie diese
Faktoren mit denselben eines Makrobiotops. Beantworten Sie Frage
1 weiter unten.
- Bestimmen Sie den Feuchtigkeitsgehalt des
Mediums, in dem Lebewesen ihres Mikrobiotops leben. Nehmen
Sie eine Probe des Mediums und heben Sie es in der Tüte auf.
Bestimmen Sie die Masse der Probe. (Zerstören Sie bei der
Probenentnahme ihr Mikrobiotop nicht.). Bestimmen Sie die Masse
eines trockenen, sauberen Becherglases und halten Sie die Daten
fest. Geben Sie ca. 100ml der Probe in das Becherglas und wiegen
Sie wieder. Nun stellen Sie das Becherglas mit der Probe in den
heißen Brutschrank bis die Probe total trocken ist. Dann
wiegen Sie wieder. Bestimmen Sie den Wasserverlust.
- Bestimmen Sie die Dimensionen ihres Mikrobiotops
- Nun studieren sie die biotischen Faktoren darin.
Zählen Sie die Anzahl der Pflanzen in einer Fläche von
100 cm2. Von der Zahl in dieser Fläche ausgehend
, berechnen Sie die Gesamtzahl der Pflanzen in ihrem Mikrobiotop.
bestimmen sie, welche Pflanzen wachsen ( Moose, Farne, Gräser
Kräuter usw ). Vergleichen Sie die Zahl mit dem Makrobiotop.
- Untersuchen Sie die Oberfläche ihrer Medien
nach Insektenlarven, Würmertn, Spinnen, Wanzen, Asseln usw.
Falls Sie die Tiere nicht benennen können, fertigen Sie eine
Zeichnung an und betiteln Sie mit Buchstaben.
Meßdaten:
- Beschreiben Sie den Ort, die Windverhältnisse,
die Sonneneinstrahlung, die Feuchtigkeit und die Lichtverhältnisse
ihres Mikrobiotops.
- Bestimmen Sie die Masse des
- Dimensionen des Mikrobiotops
- Anzahl der Pflanzen
- Art der Pflanzen
- Am meisten verbreitete Pflanzen
- Tiere im Mikrobiotop
- Gleiche oder ähnliche Tiere im Makrobiotop
Schlußfolgerungen:
- Wie ist das Mikrobiotop unterschieden vom Makrobiotop?
- Wie groß war die Wassermenge im Medium?
Vergleichen Sie mit dem Makrobiotop.
- Vergleichen Sie die Menge und Arten von Pflanzen
im Mikro- und Makrobiotop.
- Glauben Sie, daß die Pflanzenarten und
Wuchshöhen in Relation zu ihrer Umwelt stehen?
- Sind die Tiere im Mikro und Makobiotop ähnlich?
- Welcher Faktor war bei der Bestimmung der Art
und Anzahl der Pflanzen am wichtigsten: Feuchtigkeit, Temperatur,
Nährstoffangebot, Schutz vor Wind oder Regen, Schutz vor
Feinden oder Stärke der Sonneneinstrahlung? Erkären
Sie.
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