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Abschließend wollen wir über besondere
Mechanismen der Stoffausscheidung und Stoffeinschleusung in die
Zelle sprechen.
Die Zelle kann Material auf andere Weise aufnehmen
als bisher besprochen. Dabei umfließt die Membran das Material
und schließt sich zu einem Bläschen (Vesikel),
das nun durch die Zellen diffundiert. Man nennt diese Form der Stoffaufnahme
Endozytose (endo = hinein).
Werden flüssige Stoffe aufgenommen, spricht man von Pinozytose,
bei festen Stoffen von Phagocytose.
Auf die gleiche Weise, nur umgekehrt werden Stoffe auch aus der
Zelle ausgeschieden. Hier spricht man von Exozytose (exo
= hinaus). Bei all diesen Vorgängen sind das ER,
der Golgi-Apparat und die Lysosomen
beteiligt.


Allgemein entstehen bei der Endozytose Vesikel
(membranumhüllte Bläschen), die man Endosomen
nennt. Bei der Phagocytose entsteht ein Phagosom
und bei Pinocytose ein Makropinosom.
Bei der Exocytose verschmilzt
die Vesikelmembran mit der Zellmembran und der Vesikelinhalt wird
aus der Zelle entlassen. Dieser Vorgang ist oft von außen
über Membranrezeptoren stimuliert. Dabei wirken ( siehe oben)
das ER und der Golgi-Apparat mit. Diese schnüren
Vesikel ab, die zur Zellmembran wandern und ihren Inhalt nach außen
entleeren. Man spricht hier von regulierter Exocytose.
Die Abb. 12 sieht
man das Zusammenwirken verschiedener Zellorganellen bei diesen Prozessen.
Ein Beispiel für rezeptorgesteuerte Endo-
und Exozytose ist der Transferrinzyklus.
Dabei werden in wachsenden Zellen durch ein Transportprotein (=
Transferrin) Eisen III+-Ionen in die Zelle transportiert.
Bei niedrigem pH im Endosom entlädt das Eisentransportprotein
die Eisenionen ins Cytoplasma und diffundiert wieder an die Zelloberfläche,
wo es durch Exocytose ausgeschleust wird.

Bei der rezeptorgesteuerten Endozytose
wird ein spezieller Stoff namens Clathrin
in die Membran eingelagert und ein Coated Pit ("=
ummantelte Grube") gebildet.
Die rezeptorgesteuerte Endozytose spielt eine
bedeutende Rolle z. B. bei der Aufnahme von :
- Cholesterin ( LDL)
- Hormonen wie Insulin und
Calzitonin,
- Toxinen wie z. B. das Diptherie-Toxin
- Viren (z. B. Adenovirus).
- Transportproteine wie Transferrin
(Fe) und
- Antikörpern (IgG) .
In den ELMI-Bildern rechts kann man einige Endocytosen
sehen.
Auch einige Viren verlassen die Zelle durch
Exocytose (HIV bei der Exocytose aus einem weißen Blutkörperchen
siehe links).
1.4.5.1 Signalhypothese
Das Endoplasmische Reticulum (ER) der Eukaryoten
ist die Eintrittspforte in den exozytotischen Stoffwechsel für
die meisten sekretorischen und Membranproteine.
Der Membrandurchtritt benötigt
meist ein N-terminales Signalpeptid, ein Signal Erkennungspartikel
(SRP), ein SRP Rezeptor (SR), und weitere Stoffe (Signalhypothese,
siehe auch hier).
Allgemein gelangen Proteine nur durch diese bestimmten
Aminosäuresequenzen durch die Membrankanäle der Zellorganellen.
Damit ist der zellbiologische Teil des Biologiekurses
Klasse 11 beendet.
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