| 4.2 Fakten zur Atmosphäre, Strahlung, CO2, Wetter, Klima, Thermodynamik |
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4.2.2.2 Strahlung und Materie II |
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| Schon Kirchhoff und Bunsen untersuchten vor ca. 150 Jahren die spektralen Eigenschaften verschiedener Stoffe. Dabei fielen ihnen unter anderem die schwarzen Linien auf, die in den Spektren der getesteten Substanzen bestimmte Farben ausblendeten. Seitdem nennt man diese Spektren Linienspektren. Anbei computergenerierte Emissionsspektren im sichtbaren Bereich einiger Elemente:
Man sieht, daß jedes Element (Atomsorte)
seine eigenen typischen Emissionslinien (Wellenlängen) hat. Diese
entsprechen bestimmten Energieniveaus gemäß der Gleichung: Planck machte diese Annahmen, um das Spektrum eines heißen, strahlenden Körpers zu erklären. Ein Körper beginnt ab einer Temperatur von ungefähr 800 °C sichtbares Licht auszusenden. Das Licht ist zunächst rot, verändert aber seine Farbe mit zunehmender Temperatur bis hin zur Weißglut. Diese Veränderung kommt daher, daß immer mehr Spektralfarben dazukommen bis schließlich das gesamte Spektrum ausgestrahlt wird.
Die maximale Energie, die von einem Objekt
abgestrahlt werden kann nennt man Schwarzkörperstrahlung.
Ein sogenannter "schwarzer Körper" ist ein theoretisches
Gebilde (Kirchhoff), das gleichzeitig eine perfekter Absorber und
Emitter von Strahlung darstellt (d.h. Emissivität = 1.0). Im thermalen Infrarot wird nur etwa
2-5% absorbiert. Man schränkt deshalb im Allgemeinen die Definition
Kirchhoffs auf bestimmte Wellenlängenbereiche ein, um das Modell
des schwarzen Körpers samt Berechnungen weiter verwenden zu können. In der Astronomie und IR-Spektroskopie spielen schwarze Strahler jedoch eine große Rolle. Man bezeichnet
eine Gaswolke oder einen Stern im Weltraum bzw. ein Wärmestrahlung
abgebendes Objekt als schwarzen Strahler,
wenn sein Emissionsgrad nahezu 1.0 ist (normalerweise ist e = 0.99 oder
besser) und als einen "grauen Strahler", wenn er weniger
abstrahlt. Das Kirchhoffsche Gesetz
stellt den Zusammenhang zwischen einem schwarzen Strahler und einem
realen Strahler her. Max Planck hat für die Strahlung eines schwarzen Körpers eine Berechnungsgrundlage erarbeitet, die heute als wichtige Grundlage der Quantentheorie gilt:
E=sT4. (Klicken Sie auf das Bild unten um die Schwarzkörperstrahlung bei 5000K zu sehen (Doppelklick für zurück). Man stellt fest, daß sich das Strahlungsmaximum bei höheren Temperaturen zu niedrigeren Wellenlängen verschiebt. (Wiensches Verschiebungsgesetz) Die gesamte Energie, die von einem schwarzen
Strahler emittiert wird hängt nur von der Temperatur ab. Ein Festkörper
emittiert Strahlung, wenn seine Temperatur über dem des absoluten
Nullpunktes liegt. D.h. unser Körper gibt momentan Strahlung ab (siehe
unten). Die Menge Strahlung ist nicht bei allen Wellenlängen gleich.
Man nennt diese Strahlung auch Temperaturstrahlung.
Die Verweildauer bei Anregung durch Mikrowellen (Rotationsanregung) beträgt ca. 10-10 Sekunden, bei Anregung durch Infrarot (Vibrationsanregung) ca. (10-5 - 10-4 Sekunden. Berechnung des Strahlungsgleichgewichts der Erde 1. Nach dem Stefan/Boltzmann-Gesetz ist die Strahlungsmenge der Sonne = sTs4 (Ts = Temperatur der Sonne, 5770K) 2. Die Menge Energie, die die Erde erreicht ist bestimmt durch die Umlaufbahn und die kugelige Form der Erde als: Rs2/rs2 (Rs = Radius der Sonne; rs = Radius der Erdumlaufbahn um die Sonne) 3. Strahlungsmenge, die die Erde erhält ist:
5. Nach dem Energieerhaltungssatz und der Annahme, daß die Erde keine eigene Energie produziert und als Strahlung emittiert und weiterhin alle Strahlung absorbiert wird ergibt sich: Energie (Input) = Energie (Output) sTs4 Rs2/rs2 pre2 = sTe 4 (4 p re 2) Auflösung nach Te = ((Rs2/rs2) Ts4/4) = 254,7 K = -18°C. (= Temperatur an der Erde ohne Atmosphäre) Berücksichtigt man, daß ein Teil der Strahlung reflektiert wird (30% Albedo ) ergibt sich ca. 255 K, also 33K weniger als die heutige mit Atmosphäre (287 K = +15°C). Die Differenz, also der Effekt der Atmosphäre wird Treibhauseffekt genannt. Die Temperatur Te wird als Temperatur des Strahlungsgleichgewichts bezeichnet . Siehe auch die Quelle: http://didaktik.physik.uni-wuerzburg.de/~pkrahmer/home/bilanz2.html Albedo (L) = % der eintreffenden Strahlung, die in den Weltraum zurückreflektiert wird = 30% für die Erde
Die obige Berechnung, die weltweit von den Treibhausbefürwortern für das Treibhausmodell zugrunde gelegt wird ist nur ein Näherung!
Die blaue Farbe des Himmels entsteht durch die Zerstreuung der Lichtwellen an den Luftmolekülen (ca. nm). Dies wird Rayleigh-Streuung genannt ( elastischer Stoß). Die Mie-Streuung entsteht durch die Beugung an den Aerosol-Teilchen ( z.B. Wolken; ca. mm; nichtelastischer Stoß) Quelle: http://www.ens-lyon.fr/Planet-Terre/Infosciences/Climats/Rayonnement/Cours/partie3/partie3_1.htm Betrachtet man die Abhängigkeit der eingestrahlten Sonnenstrahlung von der Wellenlänge, ergibt sich Folgendes:
Wie man sieht liegt das Maximum der Sonnenstrahlung bei 500 nm (= ca. 6000 K Strahlungstemperatur) also im sichtbaren Bereich und grün. Auch ein Grund, warum wir Menschen am grünempfindlichsten sind. Der Bereich der elektromagnetischen Strahlung der Sonnen, den wir sehen können geht von ca. 400 nm (blau) bis 700 nm (dunkelrot). Treffen alle diese Wellenlängen gleichzeitig ins menschliche Auge nehmen wir weißes Licht wahr. Trifft diese Licht z.B. auf ein Blatt einer Pflanze, so absorbieren die Blattfarbstoffe (Chlorophylle, Carotinoide usw.) in den Chloroplasten der Pflanzenzellen blau und rot und reflektieren grün, weshalb wird die Blätter grün wahrnehmen. Verschafft man sich einen Überblick über einen größeren Wellenlängenbereich sieht das so aus:
Dabei bedeuten 20 dB = Dämpfung auf ein 10tel, 40 dB = Dämpfung auf ein 100stel.
Wasserdampf absorbiert den größten Teil der Wärmestrahlung und nicht CO2. Dabei ist nicht zu vergessen, daß jede Energieaufnahme zur Vergrößerung der kinetischen Energie führt, d.h. die Teilchen bewegen sich schneller oder drehen bzw. vibrieren strärker, kollidieren öfters und geben somit ihre Energie an andere Teilchen weiter. Quelle: http://141.84.50.121/iggf/Multimedia/Klimatologie/physik_arbeit.htm#Strahlungsenergie Das Emissionsspektrum
der Erde ist nachfolgend abgebildet. Ihr Maximum liegt bei 10mm (=
15°C=288 K) im IR-Bereich (Wärmestrahlung zw. 0,7 - 100 mm; ). Der
Absorptions/Emissionseffekt atmosphärischer Gase ist ebenfalls eingezeichnet. D.h. in der gesamten Luftschicht unterhalb strahlt CO2 nur wenig und auch die anderen sogenannten "Treibhausgase" geben aus denselben dargelegten Gründen keine nennenswerte Energie in Form von Strahlung ab.
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