3.2 Paläontologie; Fakten, die für Evolution sprechen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3.2.4 Ablauf der Evolution


Känozoikum: Quartär (1,8 Millionen Jahre -heute) Erdzeitalter
 
Abb. 123

Tektonik und Paläoklima



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Wenn die Erde in ihrem Eiszeit-Modus ist, gibt es an den Polen Eis. Dieses erweitert sich wegen den Variationen der Erddrehung (Milankovitch Zyklen). Die letzte Eiszeit fand vor 40 000 - 10000 Jahren statt.
Während des Pleistozäns änderte sich das Klima dramatisch. Die Form der Landmasse änderte sich. Nach Rückzug der Eismasse blieben Seen zurück.

 

Abb. 124

Die letzten 4 Eiszeiten


Eisbohrkern-Analysen aus der Antarktis

 

Abb. 125

Vereisung von Europa während der letzten Eiszeit



 

Abb. 126

Hominiden


Die älteste Spezies, H. habilis, entwickelte sich im späten Pliozän aus dem Australopithecus in Afrika vor ca. 2 Millionen Jahren.

Die älteste Spezies, H. habilis, entwickelte sich im späten Pliozän aus dem Australopithecus in Afrika vor ca. 2 Millionen Jahren.


Daraus entstand Homo erectus vor ca. 1,6 MJ, der sich in anderen Erdteilen im Pleistozän (China, Java bis vor 1 MJ ausbreitete.

Die Spezies Homo sapiens, zu der alle modernen Menschen gehören, entwickelte sich im mittleren Pleistozän seit 400 000 Jahren. Modernere Formen davon, wie der Homo neanderthaliensis tauchten vor etwas mehr als 100 000 Jahren in der letzten Zwischeneiszeit auf und wurden von Europa bis Asien gefunden. Sie verschwanden vor ca, 35 000 Jahren.

Seit damals (35 000 Jahren) kannte man den Homo sapiens sapiens, den heutigen Menschen, der nun die ganze Welt besiedelte.


Abb. 127

Smilodon fatalis


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Abb. 128

Stammbaum der Elefanten


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Abb. 129

gefrorenes Mammut-Baby

 

 

 

Abb. 130

Mammut und Mastodon

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 131

Wollmammut

 


Das Quartär wird in Pleistozän (1,8 MJ - 10 000 J) und das Holozän (10 000 - heute) unterteilt. Es ist das Zeitalter der Eiszeiten. Die Vereisung von den Polen schritt in 4 oder 5 Perioden voran. (Analyse durch O2-Isotop-Bestimmung in ozeanischen Sedimenten). Das Holozän ist die vierte Zwischeneiszeit. In den letzten 1 Million Jahren gab es alle ca. 110 000 Jahre eine Eiszeit.


Viele Säugetiere wie das Mastodon, der Mammut und die Säbelzahnkatzen starben aus. Ansonsten war die Flora und Fauna der heutigen sehr ähnlich.
Es begann die Ausbreitung der Hominiden mit dem Homo erectus vor ca. 400,000 Jahren, dem Homo neanderthalensis vor ca. 100 000 Jahren und dem Cro-Magnon- Menschen (Homo sapiens sapiens) vor ca. 35,000 Jahren.

Flora und Fauna


Evolutionäre Änderungen waren während des Pleistozäns wegen des kleinen Zeitintervalls gering. Am größten waren sie bei den Säugetieren. Große Wanderungsbewegungen fanden statt. Pferde und Kamele verschwanden z. B. vom amerikanischen Kontinent.
Die bedeutendste biologische Entwicklung war das Auftreten der Art Homo.
Frühe Hominiden hatten kleinere Gehirne und größere Gesichter im Vergleich zum heutigen Menschen. (Die weißen Teile der Schädel unten sind Rekonstruktionen; auch ist die Größe nicht im gleichen Maßstab) Die Jahreszahlen unten korrespondieren mit Analysen von mitochondrialer DNA aus menschlichen Zellen.

Homo sapiens ist einer von 185 bekannten lebenden Spezies der Ordnung der Primaten zu der auch Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen gehören. Dazu mehr im nächsten Kapitel.

Säbelzahnkatzen

Säbelzahnkatzen sind kaum mit dem Tiger verwandt. Sie bilden eine Katzenlinie, die unabhängig von den modernen Katzen mindestens 20 Millionen Jahre gelebt haben. Durch ihre riesigen oberen Eckzähne konnten sie ihrer Beute tiefe, tödliche Wunden beibringen. Dadurch konnten selbst große Tiere wie Rhinozerosse und Elefanten getötet werden, wozu heutige Tiger und Löwen unfähig sind. In Europa gab es während des Pleistozäns zwei Hauptspezies: Megantereon und Homotherium.

Die letzere Art lebte länger bis vor ca. 40 000 Jahren. Die am besten bekannte Säbelzahnkatze ist das nordamerikanische Smilodon, das man durch unzählige Funde aus den Teergruben von Rancho La Brea in Los Angeles, California, USA genau kennt. Sie hatte die Größe eines afrikanischen Löwen (Panthera leo) mit bis zu 18 cm langen Zähnen. Die Smilodone starben vor ca. 10000 Jahren aus.

Proboscidane(= Elefantenartige) des Pleistozän

Mastodone, Mammuts, moderne Elefanten und Seekühe gehören zur Ordnung der Proboscidae.
Mastodone und Mammuts waren fast global mit ca. 20 Spezies verbreitet außer Australien und der Antarktis. Die ältesten Proboscideä waren 1 m große Tiere aus dem unteren Eozän von Algerien (Mahboubi et al. 1984). Aus dem Eozän und Oligozän kennt man unzählige Fossilien großer Proboscideen. Während des Miozäns wanderten sie in fast alle anderen Kontinente.

Einige Formen wie der europäische und nordamerikanische Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), der vor 500 000 bis 100 000 Jahren lebte, wurden sehr groß. Sie hatten eine Schulterhöhe von 4,5 m und waren 5 m lang. Die am besten bekannt Spezies ist der kleinere Wollmammut, der auf der sibirischen Wrangel Insel im Eismeer erst vor 4000 Jahren ausstarb.


Gefrorene mumifizierte Mammute hat man in Sibirien und Alaska gefunden.
Die berühmtesten sind der sibirische Beresovka Mammut (1901), der Dima Mammut (ein kompletter Kadaver eines 6 Monate alten Babys 1977) und ein mumifiziertes 3-jähriges Mammut Baby aus Sibirien 1988.

Mastodone waren große, weit verbreitete elefantenähnliche Säugetiere, die heute ausgestorben sind. Sie entwickelten sich vor 35 Millionen Jahren in Afrika und verbreiteten sich dort, in Asien und Europa. Vor ca. 3,7 Millionen Jahren wanderten sie nach Nordamerika, wo das letzte am Ende der Eiszeit vor ca. 10 000 Jahren ausstarb. Sie waren bestens an die Kälte angepaßt, Pflanzenfresser ( Blätter, Moose) und besaßen bis zu 4,8 m lange Stoßzähne. Mastodone sind Verwandte der Mammuts, jedoch kleiner als diese.

Wollmammuts waren große, Grasfressende Elefanten die vor 10 000 Jahren, während der letzten Eiszeit lebten. Höhlenzeichnungen sind in Spanien und Frankreich gefunden worden. Sie sind die Ahnen der Indischen Elefanten.



In Nordamerika gab es verschieden Mammut-Spezies wie Mammuthus imperator, Mammuthus columbi oder Mammuthus meridionalis.
Sie starben vor ca. 8 000 Jahren aus.

 

 

Spezies
Wollmammut
(Mammuthus primigenius)
Amerikan. Mastodon
(Mammut americanum)
Afrikan. Elefant
(Laxodonta africana)
Asiatischer Elefant
(Elephas maximus)
Höhe
2,75 - 3,4 m
2,4 - 3 m
3 - 3,4 m
2,4 - 3 m
Gewicht
4 - 6 to
4 - 5 to
4 -6 to
3 - 5 to
Rückenform
abfallend
gerade
sattelförmig
buckelig
Fell
dicht
dicht ?
sehr spärlich
spärlich
Kopf
hoher, einfacher Schädelhöcker
niedriger, einfacher Schädelhöcker
niedriger, einfacher Schädelhöcker
doppelter Schädelhöcker
Ohr
sehr klein
unbekannt
groß
mittel
Stoßzähne
gebogen und verddreht
manchmal 2 Paare
leicht gebogen
leicht gebogen
Rüsselspitze
1 kurzer, 1 langer "Finger"
unbekannt
2 gleiche Finger
1 Finger
Schwanz
kurz
mittel
lang
lang
 

 

Holozän (10 000 Jahre - heute)

Das Holozän ist die 4. zwischeneiszeitliche Periode und dauert bis heute an. In ihr fand eine globale Ausbreitung des modernen Menschen statt, mit einer Populationsdichte unter 1 Milliarde Individuen, bis seit 1825 Jahren deren Zahl durch Erkenntnisse der Naturwissenschaften bis heute exponentiell auf 6 Milliarden Individuen anstieg. Verschiedene Kulturen entstanden, die weltweite Flora und Fauna wurde nachhaltig durch die menschliche Zivilisation beeinflußt. Alles Weitere kann in den Geschichtsbüchern nachgelesen werden.

Evolution in der Zukunft: ?????? (heute - Zukunft) Erdzeitalter

Die Evolution steht nicht still. Trotz der Richtungsänderung durch die Spezies homo sapiens findet laufend Selektion, Mutation und Rekombination also Evolution statt.

Versucht man die paläoglobalen Temperaturdaten zu interpretieren, steuern wir gemäß den Eisbohrkern-Untersuchungen (siehe oben) vermutlich in eine neue Eiszeit, längerfristig (Millionen Jahre) jedoch wieder auf eine wärmere Klimaphase zu.

Es ist normal, daß sich die heutigen Tiere bis in 50 Millionen Jahren deutlich verändert haben. Viele sind dann ausgestorben. Der Mensch hat in den letzten 5000 Jahren diese Entwicklung verstärkt. Auch die Verbreitung der Mikroorganismen und Pflanzen wird sich durch die menschliche Zivilisation ändern.

 

 

 

Abb. 132

Evolution in der Zukunft

Links die Landmasse in 50 Millionen Jahren (Anklicken zum Vergrößern)

Tektonik und Paläoklima

Verfolgt man die gegenwärtigen tektonischen Bewegungen in die Zukunft, wird sich der Atlantik weiten, Afrika wird mit Europa kollidieren und das Mittelmeer schleißen. Australien kollidiert mit Asien. Ein Himalaya-ähnliches Gebirge reicht von Spanien über den nahen Osten bis nach Afrika. In 250 Millionen Jahren hat sich wieder ein Pangäa gebildet!

 

Weiterführende Quellen:

Evolution

http://rainbow.ldeo.columbia.edu/courses/v1001/6.html
http://www.iup.edu/~rgendron/bi112-a.htmlx
http://www.nap.edu/readingroom/books/evolution98/contents.html
HTTP://biology.fullerton.edu/courses/biol_404/web/hol/hol_ch1.html

Tertiär

http://www.britannica.com/bcom/eb/article/2/0,5716,128052+2,00.html

Baluchitherium

http://members.home.net/jbaluch/baluchitherium.html

Russische paläont. Gesellsch.

http://www.ucmp.berkeley.edu/pin/pintert.html

Evolution der Pferde

http://www.flmnh.ufl.edu/natsci/vertpaleo/fhc/firstCM.htm

Paläontologisches Museum München

http://www.palaeo.de/

Tertiär/Miozän

http://www2.nature.nps.gov/grd/usgsnps/pltec/sc50ma.html

Smilodon

http://www.enchantedlearning.com/subjects/mammals/smilodon/

Säbelzahnkatzen

http://www.nrm.se/virtexhi/mammsaga/sabrecat.html.en
http://www.ucmp.berkeley.edu/mammal/carnivora/sabretooth.html

Mammut

 

Mastodon

http://www.museum.state.il.us/exhibits/larson/mammut.html
http://library.thinkquest.org/11922/extinct/mammoth.htm
http://www.mammothsite.com/
http://www.nrm.se/virtexhi/mammsaga/welcome.html.en
http://www.calvin.edu/academic/geology/mastodon/calvin_c.htm
http://www.ucmp.berkeley.edu/mammal/mesaxonia/proboscidea.html

Karten der Erde der Vorzeit

http://www.scotese.com/

Erdgeschichte, Geologie

http://pubs.usgs.gov/gip/geotime/contents.html