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Homo sapiens sapiens
Vor ca. 170 000 Jahren traten in Afrika und im
nahen Osten die ersten modernen Menschen auf: Homo sapiens sapiens.
Sie wurden nach den 1828 in Südwestfrankreich gefundenen ersten
Fossilien Cro-Magnon-Menschen genannt. Sie breiteten sich schnell
weltweit nach dem Ende der Eiszeit auch in nördliche Regionen
aus. Alle Menschen heute gehören zu dieser Spezies.
Zur Entstehung des modernen Menschen gab es seit
ca. 1980 zwei Modelle. Davon hat sich 2000 eines bewahrheitet:
- Multiregionale
Hypothese
Aus der Archäologie muß man schließen, daß
sich der moderne Mensch über einen längeren Zeitraum hin in mehreren
Regionen der Erde entwickelt hat
- Out-of-Africa-Hypothese
Analysen mitochondrialer und Y-chromosomaler
DNA-Sequenzen und Fossilien führen zu dem Schluß, daß alle heutigen
Menschen innerhalb der letzten 130 000 Jahren aus einer afrikanischen
Vorläuferpopulation entstanden sind und die anderen archaischen
Populationen verdrängt haben..
Argumente für die Out of Africa-Hypothese:

Genetiker der Universitäten von
Uppsala und Leipzig verglichen die komplette mitochondriale DNA
von 53 Menschen verschiedener Volksgruppen.
(mtDNA wird nur über die Eizelle vererbt) Daraus ergab sich
ein stabiler Stammbaum mit recht großer Genauigkeit.
Ergebnis:
Afrika ist die Wiege des Homo sapiens
sapiens und diese Mutter der jetzigen Menschen hat vor 172,000
Jahren gelebt. Erst danach besiedelten deren Nachfahren die Erde
und verdrängte alle anderen Hominiden. (Nature, 7/12/2000)
Argumente gegen die Multiregionale Hypothese:
Nahezu jeder Stammbaum der Biologie besitzt einen
gemeinsamen Vorfahren. In den verschiedenen Regionen müßte
es gleiche Selektionsdrücke, Mutationsraten und Rekombinationsmöglichkeiten
gegeben haben.
Merkmale von Homo sapiens sapiens
Verglichen mit den
Neanderthalern und anderen archaischen Homo sapiens, besitzt der
heutige Mensch ein feineres Skelett. Ihre Schädel sind abgerundeter
mit weniger vorstehenden Brauen, höherer Stirn und ausgebildetem
Kinn.

Das Gehirnvolumen des heutigen Menschen beträgt
ca. 1345 ccm, bei den Cro-Magnon-Menschen fand man bis zu 1590
ccm.
Vor 46,000 Jahren wanderten sie in Australien ein,
vor 35-30,000 Jahren nach Nordostsibirien. Wahrscheinlich schon
vor 30,000 Jahren kamen sie über die Beringstraße nach
Alaska und Nordamerika, das mit Südamerika in mehreren Wellen
besiedelt wurde.

Aus Frankreich sind die Cro-Magnon-Menschen
mit ihren Höhlenzeichnungen und anderen Kunstgegenständen
aus Stein, Holz, Knochen und Ton von 15 000- 10 000 Jahren berühmt.
(siehe Abb. 98)
Sie entwickelten vor über 20
000 Jahren koordinierte Jagdtechniken mit neuen Waffen wie Speeren,
Harpunen und Bögen und Gegenstände für den alltäglichen
Gebrauch wie Nähnadeln, Kämme, Kalender, Landkarten
usw.

Zusammen mit der raschen Klimaänderung
(Ende der Eiszeit) führte dies zur Ausrottung vieler damaliger
Säugetiere.
Die Population stieg bis 1825 langsam auf ca.
1 Milliarde an und explodierte seit damals auf über 6 Milliarden.
Ursache ist die Entwicklung der Naturwissenschaften und daraus
folgend neue Techniken und Verhaltensweisen wie z. B Hygiene,
Impfung usw.
Heute vermischen sich die Rassen und es herrscht
weltweiter Genfluß.
Zusammenfassung Hominidenevolution
Unten sind zwei typische Tendenzen der Hominidenvolution
aufgetragen. Daraus erkennt man, daß der Mensch schon vor
2,5 Millionen Jahren vollständig aufrecht ging, jedoch die
Gehirnentwicklung eher dem Modell des punktuierten Gleichgewichts
entspricht. Vor ca. 600 000 Jahren nahm das Volumen sehr schnell
bis etwa vor 75 000 Jahren zu.
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