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Unter Pflanzenzucht
versteht man die Kunst und Wissenschaft der genetischen Verbesserung
von Nutzpflanzen. Weiterhin stellt die Pflanzenzucht die derzeitige
Phase der Nutzpflanzenevolution dar.
Dazu verfolgt man folgende Strategien:
- Identifikation der wichtigen Merkmale
- Entwicklung von Zuchtverfahren für diese
Merkmale
- Entdeckung von Gen-Quellen
- Kombination dieser Gene mit denen optimierter
Arten
- Vergleich dieser neuen Arten mit den bekannten
- Freisetzung und Verteilung der verbesserten
Kulturpflanzen.
Ziel dieser Maßnahmen ist die
- Ertragssteigerung
(Steigerung der Biomasse durch verbesserte Anpassung an abiotische
Stressoren; verbesserte Anpassung an Krankheiten und Pestizide)
- Qualitätsverbesserung
(Geschmack, Geruch, Farbe, Gestalt, industrielle Kriterien, Faserqualität,
Futterqualität, Anbaukosten).
Um dies zu erreichen werden Erkenntnisse der Botanik,
Genetik, Pflanzenphysiologie, Pflanzenpathologie, Biochemie, Statistik
und EDV angewandt.
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Verfahren der Pflanzenzüchtung
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Methoden der Pflanzenzüchtung
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Variationen der Chromosomenanzahl
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Züchtung selbstbefruchtender Pflanzen
(Reinzucht)
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Mutation
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Pflanzenhybridisierung
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Züchtung geklonter Pflanzen (Klonzucht)
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Mechanismen der Befruchtungsregulation
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Züchtung fremdbefruchtender Pflanzen
(Kombinantionszüchtung)
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Biotechnologie: Gewebekultur und Molekulargenetik
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Züchtung von Hybriden (Hybridzüchtung)
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Field-plot Technik & Statistik
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Zuchtverfahren:
Auslese (Selektion)
Durch die Auslese (= Selektion) von
Pflanzen einer genügend großen Population (= Massenauslese),
mit den gewünschten Merkmalen wurden aus einer Anzahl Wildformen
viele Pflanzensorten entwickelt. Pflanzen mit negativen Merkmalen
werden ausgesondert (= negative Auslese). Bei Fremdbefruchtern ist
dabei stets eine Isolation der ausgelesenen Typen notwendig, da
eine unkontrollierte Bestäubung den Selektionseffekt wieder aufhebt
Um die richtige Zuchtmethode anzuwenden, ist die
genaue Kenntnis des Fortpflanzungsmechanismus der selektierten Pflanzen
notwendig.
Grundsätzlich pflanzen sich Pflanzen entweder
- asexuell
(vegetativ oder durch Apomixis (siehe hier))
oder
- sexuell
(Selbstbefruchtung(=Autogamie) oder Fremdbefruchtung)
fort.
Sexuell sich fortpflanzende Pflanzen bilden eine
breite Palette Genotypen bei den Nachkommen, da die elterlichen
Merkmale neukombiniert werden.
Reinzucht
Natürliche Populationen sich selbstbefruchtender Pflanzen sind
gemischte Populationen homozygoter Linien. Verbesserungen durch
Selektion sind relativ begrenzt, da ohne spontane Mutation keine
neuen Merkmale entstehen. Man nennt eine solche Zuchtform auch
Reinzucht.
Kombinations (=Kreuzungs)züchtung
Nur durch Mutation,
Hybridisierung (= Kombinations (=Kreuzungs)züchtung) und Gentechnik
können neue Merkmale in die Linie eingeführt werden. Bei
der Kombinations- (=Kreuzungs) züchtung
werden 2 homozygote Rassen gekreuzt. Danach kann nach den angestrebten
Merkmalen selektiert werden.
Hybridzüchtung
Bei der Hybridzüchtung
werden durch Kreuzung von Klonen oder Inzuchtlinien die F1-Hybriden
verwendet. Dabei kann es zu Heterosiseffekten
kommen. Unter Heterosis versteht
man z. B. eine Zunahme der Pflanzengröße im Vergleich
zu den Eltern durch Dominanz.
Mutationszüchtung
Bei der Mutationszüchtung
werden Mutationen künstlich
durch Gamma, Röntgen- oder UV-Strahlung erzeugt. Auch Temperaturschocks
und Chemikalien werden verwendet. Heute sind über 1000 Kulturpflanzen
aus dieser Züchtungsform hervorgegangen. Große Erfolge
hat man dabei mit Polyploidisierung bei Rüben und Zierpflanzen
erzielt (Polyploidiezüchtung).
Ein historisches Beispiel ist die Entstehung des
heutigen Weizens (Triticum
spec.). Die Abb. 100
unten zeigt die Entwicklung bis zu den heutigen hexaploiden Formen.

Heute unterscheidet man 2 Weizensorten nach der
Anbauzeit: Winterweizen und
Sommerweizen, wovon der Winterweizen
in Europa und USA der am häufigste angebaute Weizen ist. Es
gibt hundert von Varietäten. Weltweit sind China (1999: 114,4
Millionen Tonnen/Jahr), Indien (70,7 M.to/J) und die USA (62,6 Mto/J)
die größten Weizenproduzenten. Wo welche Weizenklasse
angebaut wird hängt hauptsächlich von der Regenmenge,
der Temperatur, den Bodenverhältnissen und der Tradition ab.
Einige Weizensorten sind:
Weichweizen: Heute
legt man beim Brotweizen (Triticum aestivum)
vor allem Wert auf die Backeigenschaften. Kriterien sind: Proteinmenge,
Proteinqualität, Stärkebeschaffenheit.
Hartweizen
oder Durum (Triticum durum)
wird vor allem im mediterranen Raum kultiviert. Beim Hartweizen
handelt es sich um einen tetraploiden Weizen mit äußerst geringer
Eigenbackfähigkeit. Durum wird v.a. für die Erzeugung von Teigwaren
verwendet
Ein anderes weltweit angepflanztes und domestiziertes
Gras ist Mais (Zea
mays), dessen Ursprung vor 80 000 Jahren in Mexiko
liegt. Die mittelamerikanischen, präkolumbianischen Zivilisationen
züchteten und kultivierten den Mais aus der Teosinte (siehe
hier). Mais ist eine fremdbestäubende C4-Pflanze,
speziell an wärmeres Klima angepaßt, und wurde von Kolumbus
am Ende des Mittelalters nach Europa gebracht.
Heute erzeugen: USA, China, Brasilien, Mexiko,
Frankreich und Argentinien 75% der weltweiten Maisproduktion, davon
die USA mehr als die Hälfte. Der angebaute Mais ist ein Gemisch
aus 2 Rassen.
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