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Gelelektrophorese
Elektrophorese ist eine Technik um meist
Makromoleküle zu trennen oder zu reinigen. Heute ist sie in
der Biochemie und Molekularbiologie für die Trennung von Proteinen
und Nukleinsäuren, die sich in Ladung, Größe und
Konformation unterscheiden unabdingbar.
Setzt man geladen Moleküle einem elektrischen
Feld aus wandern Sie entsprechend ihrer Ladung zum positiven (+
= Anode)
oder negativen (-
= Kathode)
Pol. Die Geschwindigkeit ist direkt proportional zur verwendeten
Ladungsstärke. Im Gegensatz zu Proteinen, die je nach basischen
oder sauren Resten entweder eine netto-positive Ladung oder netto-negative
Ladung haben können besizuen Nukleinsäuren durch ihren
Phosphat-Backbone eine durchgängig negative Ladung und wandern
zur Anode. Nachfolgend einige Zusammenhänge, die für die
Gelelektrophorese gelten:

Bei der elektrophoretischen Trennung von Nukleinsäuren
gilt, daß die Mobilität unabhängig von der Größe
ist. Das Gel siebt die Moleküle, große Moleküle
bewegen sich langsamer, da sie schlechter durch die Poren gelangen.
Man verwendet Agarose-
(große Poren) oder Polyacrylamidgele
(große Bandbreite von Porenweiten). Dabei werden Agarosegele
für Nukleinsäuren bis zu M = 150 x 106 0,2%
und 0.8 % für Nukleinsäuren bis zu M = 50 x 106
verwendet. Polyacrylamidgele werden für kleinere Nukleinsäuren
genommen.
Bei der SDS Acrylamid Gelelekrophorese wird ein
SDS (Sodium-Dodecylsulfat = Detergenz) als Puffer verwendet, der
die Proteine denaturiert und sich an sie bindet, sodaß diese
je nach Größe ein gleiches Ladungs/Massenverhltnis ausbilden.

Dadurch können Sie entsprechend
Ihres MW getrennt werden.
Nach erfolgter Trennung wird das Gel mit einem
entsprechenden Farbstoff angefärbt um die in Banden getrennten
unterschiedlich großen Moleküle sichtbar zu machen. Für
DNA wird z.B. Ethidiumbromid verwendet und dann unter UV-Licht analysiert-oder
mit einem DNA-Färbemittel wie Azur B-Chlorid.

Verdächtiger 1 ist mit Sperma identisch und
die Zellen der Frau mit dem Opfer.

Der Ablauf einer Gelelektrophorese am Beispiel
eines DNA Fingerprint kann hier
genau verfolgt werden. Siehe auch die Quellen unten für weitere
und genau Anleitungen.
Gentechnik bei Pflanzen
Pflanzen lassen sich relativ leicht klonen, da
sie die natürliche Fähigkeit der Regeneration aus fast
allen Geweben besitzen. Dagegen sind die Gentechniker auf relativ
wenige Vektoren angewiesen im Unterschied zu Tierzellen, wo man
auf einen große Palette von Plasmiden zurückgreifen kann.
Deshalb erfanden die Wissenschaftler andere Methoden,
um Gene in Pflanzenzellen zu befördern. Dazu gehören die
Mikroinjektion, die Elektroporation
und das Partikel Bombardement
mit Genpistolen.
Bei der Mikroinjektion
wird die DNA mit einer Mikropipette injiziert. Dies wird or allem
bei der künstlichen Befruchtung angewandt.

Die Anwendung weniger Piezoimpulse
kann den Durchtritt durch die Membran erleichtern.
Um Transgene Organismen zu erzeugen werden auch
fremde Gene microinjiziert. Gene aus fremden Organismen können
jedoch nicht unmodifiziert injiziert werden sondern müssen
eine bestimmte Struktur besitzen um korrekt in der fremden Zelle
zu arbeiten.

Viele Gene arbeiten nur in bestimmten Geweben eines
Organismus. Deshalb muß das Transgen zusätzlich einen
speziellen Promotor enthalten. Weiterhin muß nach dem Strukturgen
zur Terminierung eine PolyA-Sequenz intergriert sein, um die Transkription
zu beenden.
Bei der Elektroporation
werden kurze und hohe Spannungsimpulse benutzt, um Membranporen
zu erzeugen und so die DNA in die Zelle zu befördern. Abb.
148 zeigt eine Elektroporationsgerät.
Das Schaltdiagramm zeigt die einfache Arbeitsweise.
Eine Zellsuspension wie z.B. pflanzliche Protoplasten wird in einer
speziellen Küvette eingefüllt. Dazu wird eine Lösung
mit DNA- Fragmenten, die die zu transformierenden Gene enthält
gegeben. Der Kondensator wird geladen, wenn der rechte Schalter
geschlossen wird. Die Elektroporation durch Gleichspannung (200-
2500V) der Membran in der Suspension erfolgt durch Entladung mit
Schließen des linken Schalters.
Beim Partikel Bombardement
werden winzige DNA-beschichtete Goldpartikel durch die Pflanzenzellwände
gebracht. (siehe Abb. 149 )
Weltweit forschen unterschiedlichste Institutionen,
von Universitäten bis zu industriellen Labors. Dabei sind Mutanten
der Blüte, die von wenigen Genen kontrolliert wird wie die
hormonelle Signalübertragung und Auswirkung auf die Samenentwicklung
und Fruchtreifung interessant. Weiterhin hat z.B. die Arabidopsisforschung
Hinweise auf lichtgesteuerte biologische Uhren in Pflanzen gegeben
und Zusammenhänge mit Krankheiten beim Menschen aufgedeckt.
Arabidopsis
thaliana (= Ackerschmalwand) ist eine kleine Blütenpflanze
auf den Feldern und Wiesen, die seit 1943 als botanischer Modellorganismus
verwendet wird. Arabidopsis gehört zur Familie der Kreuzblütler
(Brassicaceae) mit meist einjährigen Arten. Seit Jahrhunderten
wurden Kohl und Rettich aus dieser Pflanzenfamilie kultiviert. Arabidopsis
ist enorm wichtig für die Grundlagenforschung in der Molekularbiologie
und Genetik.
Das relativ kleine Genom (114.5 Mb/125 Mb total)
mit Chromosomen von Arabidopsis wurde 2000 als erstes Pflanzengenom
vollständig entschlüsselt. Davon liegen inzwischen umfangreiche
Genkarten vor. Außerdem hat Arabidopsis ein kurze Generationszeit
( ca. 6 Wochen) von der Keimung bis zur Samenreife und die Anzucht
gelingt mit wenig Aufwand mit geringem Raumbedarf. Die Transformation
gelingt leicht mit Agrobacterium
tumefaciens und es liegt ein große Vielfalt genetischer
Mutanten vor.
Das Genom von Arabidopsis umfaßt in den 5
Chromosomen ca. 26 000 Gene, in den Chloroplasten ca. 80 und in
den Mitochondrien ca. 60 Gene.
Agrobacterium tumefaciens
ist ein verbreitetes, gramnegatives, phytopathogenes Bodenbakterium,
das für die Wurzelhalsgalle
bei vielen höheren dikotylen Pflanzen verantwortlich ist. Diese
Krankheit verursacht weltweit beträchliche landwirtschaftliche
Schäden. Ende 2001 wurde die komplette Genomsequenz von Agrobacterium
tumefaciens C58 veröffentlicht. Es ist 5,67 Millionen Basenpaare
groß und besteht aus einem großen ringförmig geschlossenem
DNA-Molekül und zwei kleineren Plasmiden. Man fand 5.400 Gene.
Wurzelhalsgallen
werden mit zunehmender Größe fleckig- dunkelbraun und
können einen Durchmesser von 30 cm erreichen. Im Herbst verfaulen
die Tumore, treten im darauffolgenden Frühling aber wieder
hervor. Infizierte Pflanzen sind in ihrer Entwicklung gehemmt, produzieren
kleinere Blätter und sind empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen.
Deshalb kommt es beim Befall von Nutzpflanzen zu Ertragsminderung.
Sie ist das Ergebnis der Expression von Genen bakteriellen Ursprungs,
die stabil ins pflanzliche Genom integriert werden. Die bakteriellen
Gene veranlassen die Pflanzenzelle zur Überproduktion der Phytohormone
Auxin und Cytokinin
sowie der nicht-pflanzlichen Aminosäuren der Opine. Dies führt
zu unkontrolliertem Zellwachstum (= Tumor).

A.tumefaciens enthält das ca. 220000 bp große
Ti- Plasmid. (Ti= Tumor induzierend)
Dieses trägt neben dem Replikationsursprung die Virulenzgene,
die T-DNA und Gene für den Opinkatabolismus. Die gesamte T-DNA
liegt zwischen zwei sie rechts und links begrenzende, 25bp großen
Sequenzwiederholungen (linke und rechte DNA-Grenze). Die T-DNA trägt
Gene für die Synthese der Pflanzenhormone Auxin und Cytokin
sowie Gene für Opine und wird als einzelsträngige DNA
in das Pflanzenzellgenom integriert. Opine sind seltene Aminosäurederivate
des Arginins zu denen z.B Octopin
und Nopalin gehören und
dienen A.tumefaciens als Kohlenstoff- und Stickstoffquelle, können
jedoch nicht von der Wirtszelle weiterverarbeitet werden. Die Virulenzgene
sind für den Transfer der T-DNA in die Pflanzenzelle essentiell.

Infektion durch Agrobakterium
Die Infektion beginnt bei einer Pflanze mit einer
verwundeten Stelle, z.B. oft im unteren Stammbereich (Verletzung
durch Ackergeräte). Die verletzten Gewebe produzieren phenolische
Lockstoffe, was das Bakterium chemotaktisch anlockt und die Konjugation
(seitliche Aneinanderlagerung) der beiden Zellen verursacht. Die
Lockstoffe aktivieren eine Transmembran-Proteinkinase (VirA) des
Bakteriums, die seinerseits virG durch Phosphorylierung aktiviert.
VirG dockt an regulatorische Bereiche des Ti-Plasmids an und steuert
die Expression weiterer Vir- Gene.

VirD2 schneidet als Endonuklease an der linken
und rechten DNA-Grenze ein Stück der Ti-Plasmid-DNA aus (Einzelstrang).
VirE2 bindet sich an den gebildeten Einzelstrang und schützt
ihn so vor dem Abbau durch Nucleasen und geleitet die T-DNA zur
bakteriellen Membran. Über einen von VirB Proteinen gebildeten
Porenkomplex gelangt die T-DNA in die Pflanzenzelle und wird unspezifisch
ins Pflanzenzellgenom integriert.
Diesen einzig bekannten Mechanismus der Transformation
eines Plasmids in ein eukaryontisches Genom macht man sich heute
in der Gentechnik zu Nutzen.
Der Gentransfer mit Hilfe des Ti
Plasmids erfordert mehrere Schritte:
- Die Tumorgene
der T- DNA müssen inaktiviert werden
- Implantation eines selektiven
Markers um die transformierten Zellen zu erkennen, z.B. das Neomycin
Phosphotransferase II (NPT II) Gen aus Bakterien. Dadurch können
die Zellen in Gegenwart des Antibiotikums Kanamycin wachsen und
so selektiert werden.
- Um diese bakterielle
Sequenz zu regulieren benötigte man eukaryontische Promotoren
wie den CaMV 35S Promotor aus dem Blumenkohl Mosaic Virus, der
eine hohe Effizienz bei der Genexpression hat.
- Fremdgene
müssen an dieselbe Stelle des Ti-Plasmids integriert werden.
Heute gibt es verschiedene synthetische T-DNA-Plasmide.
- Das rekombinante
Plasmid mit dem integrierten Gen muß dann wieder
in die A. tumefaciens Zelle transferiert werden. Die Bakterienzelle
muß nun in das Protoplasma der Pflanzenzelle gebracht werden.
Natürlicherweise infiziert A. tumefaciens
nur Dikotyle, also ca. 170,000
verschiedene Arten wie Rosen, Äpfel, Sojabohnen, Kartoffeln,
Birnen und Tabak. Für monokotyle Kulturpflanzen wie Mais, Reis,
Weizen, usw. benutzt man Partikelbombardement oder Elektroporation,
um das synthetische Plasmid in die Zellen zu bekommen (siehe weiter
unten).
Von Arabidopsis
wurden inzwischen viele transgene Pflanzen erzeugt. Per Transformation
mit Agrobacterium wurde ein Gen zur GFP-Produktion implementiert,
das durch das Wachstumshormon Auxin kontrolliert wird und somit
die Verteilung und lokale Wirkung des Hormons beim Wurzelwachstum
in der Wurzelspitze anzeigt.
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