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1.1.4.2 Aufnahme durch die Wurzel Die Anatomie der Wurzel haben wir auf der Seite bs12-5 und -6 besprochen. Nun wollen wir uns die Aufnahme von Wasser und Salzen durch die Wurzel genauer ansehen. In Abb. 9 sind noch einmal im Überblick die wichtigsten Wurzelstrukturen dargestellt. Die Wurzel nimmt Salze und Wasser aus dem Boden auf. Das Wasser aus dem Boden kann auf 2 Wegen in die Wurzel eindringen: Dies ist in der nachfolgenden Abbildung 10 dargestellt.
Beim osmotischen Weg dringt Wasser in die Wurzelhaare ein und wird über die Plasmodesmen (= plasmadurchzogene Verbindungskanäle zwischen den Pflanzenzellen) in die einzelnen Wurzelrindenzellen weitergegeben. Voraussetzung dazu ist ein jeweils höhere osmotische Salzkonzentration der Wurzelrindenzellen. Sie ist in den Endodermiszellen am höchsten. Auf diese Weise gelangen Wasser und die darin gelösten Salze bis zur Endodermis. Im Zentralzylinder ist im Vergleich zur Endodermis ein niedrigeres Wasserpotential. Deshalb kann Wasser osmotisch nicht von der Endodermis in den Zentralzylinder.
Die Endodermiszellen sind noch zusätzlich durch den Casparyschen Streifen ( besteht aus Holz und Suberin = Wachs) radial imprägniert, d.h. alles eingedrungene Wasser muß durch den Protoplasten der Endodermiszellen. Die Endodermis der Wurzel kontrolliert somit die Stoffaufnahme in die Pflanze. Die Endodermiszellen pumpen nun unter Energieaufwand (ATP) Ionen in das Perizykel. Daraufhin folgt das Wasser passiv nach. (siehe Wurzeldruck). 1.1.4.2.1 Aufnahme der Mineralstoffe aus dem Boden Wie zuvor erwähnt, nimmt die osmotische Konzentration der Wurzelzellen zum Zentralzylinder hin zu. Dies bedeutet, daß die Ionen nicht osmotisch in die Zellen gelangen können. Weiterhin sind Ionen größtenteils nicht frei gelöst im Bodenwasser. Sie sind an die Bodenteilchen adsorbiert (angelagert). Was ist überhaupt Boden? Diese Frage wollen wir nachfolgend klären. Boden besteht aus verwittertem, zersetztem Gestein und
Fels, gemischt mit Luft und Wasser. Im Durchschnitt kommen die chemischen
Elemente wie in Abb. 13 vor. Ein normales Bodenprofil ist in Abb.
12 dargestellt. Sie besteht aus Humus. Der Unterboden (B) enthält weniger Nährstoffe und der Untergrund (C) besteht aus unverwittertem Ausgangsgestein oder Sand.
Man kann bezüglich des Pflanzenwachstums unterschiedlich fruchtbare Bodentypen unterscheiden. Eigenschaften einiger Bodenbestandteile:
Lehm = Gemisch
aus Sand und Ton.
Die fruchtbarsten Böden haben Krümelstruktur (Schwarzerde, Gartenerde, Humus). Die Krümelstruktur entsteht durch Aggregate von Bodenkolloiden. Bei Ton bestehen diese aus anorganischen Teilchen bei Humus aus organischen Teilchen (Huminsäuren). Sie sind hauptsächlich an ihrer Oberfläche negativ geladen. Die negativen Ladungen entstehen z. B. durch Abdissoziieren
von H+-Ionen in die Bodenlösung. Diese negative Ladung
hat für die Pflanze wesentliche Bedeutung. Folge ist, daß Kationen
wie Ca2+, K+, Mg2+ an die Bodenkolloide
adsorbiert werden und somit im Boden festgehalten werden. Anionen
wie z.B. NO3- können somit weniger in Böden festgehalten
werden und unterliegen größerer Auswaschung. Mehrwertige
Ionen können die Kolloide verbinden.
Zwischen den Bodenkolloiden befindet sich die Bodenlösung. Aufgrund der Fähigkeit von Wasser, Wasserstoffbrücken zu bilden, besitzen die Bodenkolloide Hydrathüllen. Das für Pflanzen verfügbare Wasser befindet sich im weiteren Umfeld der Kolloide (Kapillarwasser). Wichtige Mineralstoffe für Pflanzen Alle 90 natürlich vorkommenden Elemente findet man in pflanzlichen Geweben, 16 davon sind für Pflanzen essentiell (= lebensnotwendig). Man unterscheidet zwischen essentiellen mineralischen, wünschenswerten und essentiellen nichtmineralischen Elementen. Diese sind in der nachfolgenden Tafel aufgeführt:
Ebenfalls wird zwischen Elementen unterschieden, die in großen Mengen oder Spuren benötigt werden:
Die Mengenelemente werden z. B. zur Synthese von Aminosäuren (N, S) oder ATP (P) und als Zentralatom für Chlorophyll (Mg), die Spurenelemente z.B. als Kofaktoren für Enzyme (Zn) oder als Zentralatome wichtiger Proteine (Cu, Fe) benötigt. Das Pflanzenwachstum wird durch das Gesetz vom Minimum ( Liebig) bestimmt:
Bei längeren Defiziten ergeben sich Mangelerscheinungen. Nachfolgend sind einige Mangelerscheinungen beim Mais zu sehen: |
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Weiterführende Quellen:
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