| 4.4 Nebenniere; Streß |
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| 4.4.1 Flight-and-Fight-Syndrom, Allg. Anpassungssyndrom, Stressoren | |||||||||||
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Die Nebennieren sitzen als orangefarbene Kappen auf den Nieren. Sie sind 3-eckig geformt, ca. 7,5 cm lang und 1,3 cm hoch. Jede Drüse besteht aus einem Zentrum (Mark, Medulla und einer Rinde (Cortex, ca. 90% der Zellmasse). Sie werden durch 3 Arterien mit Blut versorgt, eine Vene führt in jeweils eine Nebenniere. Das Nebennierenmark besteht aus großen Mengen an sympathischen Neuronen. Anstatt ihre Neurotransmitter (Adrenalin und Noradrenalin) wie die postganglionären Neuronen an der Synapse zu produzieren, geben sie diese ans Blut ab. So wirkt das Mark, obwohl ein Teil des vegetativen Nervensystems als endokrine Drüse.
Die Nebennierenrinde besteht aus 3 Schichten, die ebenfalls endokrin wirken. In Abb. 40 ist ein gefärbter Schnitt durch die Cortex zu sehen. Die roten Blutgefäße bilden ein dichtes Netzwerk. (siehe Abb. 40)
Hier werden ca. 40 verschiedene Steroidhormone (Corticoide) produziert, die man in 3 Gruppen einteilen kann:
Regulation der Hormonproduktion Die Hormone der Nebennierenrinde werden unterschiedlich stimuliert. Das Adrenocorticotrope Hormon (ACTH) der Hypophyse reguliert die Hormonproduktion ( Cortisol, Cortison) der Zona fasciculata und Zona reticularis. ACTH Receptoren in der Membran aktivieren die Adenylatcyclase zur Produktion des "second messenger" cAMP. Niedriger Blutglucosespiegel --> Hypothalamus sondert CRH ab (Corticotropin-releasing Hormon) --> Hypophysen-Vorderlappen geben ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) --> Nebennierenrinde schüttet Cortisol (und andere Glucocorticoide) aus. Cortisol verhindert die Glucoseaufnahme durch Muskelzellen und wirkt z.B. entzündungshemmend. Negative Rückkopplung: Cortisol hemmt die ACTH-Sekretion der Hypophyse und die CRH-Ausschüttung des Hypothalamus. Die Hormone der Zona glomerulosa (Aldosteron) werden durch Angiotensin stimuliert. Die Freisetzung der Hormone des Nebennierenmarks Adrenalin (A) und Noradrenalin (NA) wird nervös durch den Hypothalamus gesteuert. Ursächliche Reize sind physischer und psychischer Stress. Die Hormone binden an die a- und b-adrenergen Membranrezeptoren (7-Helix, G-Protein) vieler Zellen. (siehe auch veg. NS). In der Leber wird über den bekannten cAMP-Mechanismus z.B. die Glycogensynthase phophoryliert und damit abgeschaltet, weiterhin die Glycogen-Phosphorylase aktiviert, die Glucose-1-P bildet, somit wird Glucose bereitgestellt. Einige Effekte sind:
All dies dient dazu, den Körper leistungsbereit zu machen. Man bezeichnet die Gesamtheit dieser Effekte als Fight-or- Flight-Syndrom. (Flight-and-Fight) Es gibt verschiedene Definitionen von Streß z. B. Streß ist keine bestimmte Reaktion sondern eine längeranhaltende, stoffwechselverändernde Körpersituation als Reaktion auf Stressoren. Diese werden z. B. wie folgt definiert: Klassifikation von Streß nach Janke
Messung von Streß durch:
Streß-Symptome sind:
Dauerhafer Streß führt zu Organschädigungen wie Magenschleimhautentzündungen, oder Magengeschwüren. Im Laufe der letzen 50 Jahre wurden verschiedene Theorien zu Streß aufgestellt, z. B. 1. Cannons Streßtheorie von 1932 Nach Cannon führt ein Stressor zu einem fight-and flight-Syndrom (siehe oben) 2. Selyes Theorie von 1957 Nach Selye ist der Streß-Zustand ein spezielles Syndrom, welches aus unspezifischen Veränderungen innerhalb eines biologischen Systems besteht. Selye beschreibt das Allgemeine Anpassungssyndrom (AAS) oder synonym das Generalisierte Anpassungssyndrom (GAS). Die Streßreaktionen des GAS bestehen aus drei Phasen: der Alarmreaktion, Widerstandsphase und der Erschöpfungsphase In der Alarmreaktion kommt es zu einer Zerstörung des inneren Gleichgewichts (Schock-Gegenschock). und Aktivierung des Sympathikus. In der Widerstandsphase erreichen die adaptiven Reaktionen ihren optimalen Wert. Hält die Streßsituation länger an, kommt es zu gegenregulatorischen Wirkung des Parasympathikus. In der Erschöpfungsphase geht die adaptive Kapazität verloren. Es kommt zu Energiebereitstellungsproblemen (Glucose und Muskelenergie), d.h. Adaptationsproblemen. Die Wachstums-, Fortpflanzungsprozesse und die Immunabwehr funktionieren nicht mehr. Symptome: u.a. Fettleibigkeit, Vollmondgesicht, hoher Blutdruck mit abnormer Vermehrung der Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten wie man es auch bei langer Cortisoneinnahme beobachten kann), Schrumpfung der Thymusdrüse, Ulcusbildung, Störungen im Darmbereich, Gewichtsverlust und psychosomatischen Störungen. Langzeitfolgen sind echte Erkrankungen wie Hypertonie, Herz-Nierenerkrankungen und Entzündungskrankheiten sowie Allergien. Das GAS ist ein stereotyp-hormonelles Muster, das unabhängig von der Art der Reizung bei jeder intensiven Reizeinwirkung abläuft. Weitere Modelle: Lazarus kognitives Modell von 1974: Nach Lazarus wirken Stressoren nicht nur auf die physiologische Ebene, sondern auch auf der psychischen und der Verhaltensebene. Levis Streßmodell von 1975 siehe weiterführende Quellen. |
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Weiterführende
Quellen:
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