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1.1.2.2 Aufbau des Sprosses Unter Sproß versteht man den Stengel, Stiel, Ast, Stamm, also den Teil der Pflanze, der entgegen der Schwerkraft die Blätter der Sonne zuwendet. Sprosse können weit höher als 100 m sein z. B. bei den Mammutbäumen oder wenige Millimeter groß sein bei einem Keimling. Interessant ist, daß Sprosse (Baumstämme) nie höher als ca. 130 m groß geworden sind, auch nicht in der Vorzeit. Dies wird uns später noch beschäftigen. (Kapitel 1.1.3) Auch kann wieder zwischen dem primären und sekundären Aufbau unterschieden werden. Wir wollen den typischen primären Sproßaufbau einer di- und monokytylen Pflanze betrachten. Baumstämme stellen das Produkt des sekundären Dickenwachstums dar und sind nicht unser Thema. Wir wollen uns ebenfalls auf die Angiospermen beschränken. Betrachtet man den Querschnitt des Sprosses von jungen dikotylen Pflanzen unter dem Lichtmikroskop ( Abb. 19 ein Bohnenkeimling), ergibt sich folgendes Bild (die Präparate sind teilweise angefärbt):
Eine Schicht kleiner Zellen (Epidermis) begrenzt den Sproß außen. Sie kann mit Haaren besetzt sein. Innen liegen Parenchymzellen, die den Sproßquerschnitt ausfüllen. Im äußeren Sproßbereich erkennt man einen Ring von Leitbündeln, der konzentrisch um den Sproßmittelpunkt angeordnet ist. Diese grundsätzlichen Strukturen kann man ebenfalls bei der Tomatenpflanze (Abb. ) und der Sonnenblume beobachten.
Beim primären Sproßaufbau findet man folgende Zellsorten:
Im Vergleich dazu ist unten der Querschnitt einer monokotylen Pflanze zu sehen.
Im Gegensatz zu den dikotylen Pflanzen sind die Leitbündel quer über den Sproßquerschnitt verteilt. Ansonsten findet man ebenfalls eine Epidermis und das innere Füllgewebe aus Parenchymzellen. Aufbau eines typischen Leitbündels Die Leitbündel durchziehen die Pflanze von der Wurzel bis in die Blätter. Wie wir später sehen werden, sind sie in der Wurzel anders aufgebaut als im Sproß. Der grundsätzliche Aufbau ist jedoch derselbe.
Oft haben Leitbündel in Querschnitt eiförmige Gestalt. Sie bestehen aus einem Haufen Zellen, der wie ein Nest in das Füllgewebe des Sprosses eingestreut sind. Die eine, zum Sproßzentrum zugewendete Hälfte besteht aus Xylemzellen, die andere Hälfte aus Phloemzellen. Xylem heißt auch Holzteil, Phloem ist der Siebteil. Bei dikotylen Pflanzen findet man zwischen beiden Hälften eine Zellschicht von sehr kleinen, embryonalen Zellen, dem Kambium. Das Leitbündel ist meist umgeben von dickwandigen Sklerenchymzellen. Im Xylem findet man wenige, sehr großvolumige Zellen, die Tracheen.
Funktion der Leitbündel Die Leitbündel dienen dem Stofftransport. Im Xylem werden Wasser und Salze von der Wurzel aufwärts transportiert, im Phloem organische Stoffe, hauptsächlich Saccharose (= Rohrzucker ; Assimilate = Produkte der Photosynthese) aus den Blättern abwärts. Übrigens: Blattläuse stechen Siebzellen an und saugen den Saft auf. Das Kambium ist die Wachstumsschicht aus teilungsfähigen Zellen, aus denen nach innen Xylem- und nach außen Phloemzellen werden. Unterschiede zwischen dem Sproßaufbau mono- und dikotyler Pflanzen:
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