| 3.1.7 Synapsen Teil I |
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ihre Anatomie und die Fähigkeit elektrische Signale zu empfangen, zu erzeugen und weiterzuleiten. Bleibt noch das Problem übrig, wie Nervenzellen oder Rezeptoren diese Signale auf andere Zellen übertragen können. Betrachten wir dazu die Kontaktstellen von Nervenzelle und Nervenzelle oder Rezeptor und Nervenzelle oder Nervenzelle und Muskelzelle. Man nennt diese Kontaktstellen Synapsen. In den Nervensystemen der Organismen findet man 2 Typen von Synapsen:
Die chemische Synapse ist der am häufigsten verbreitete Typ. Man nennt die Zelle vor der Synapse präsynaptische Zelle und das Neuron danach postsynaptische Zelle. Wenn wir uns überlegen, wie die APs im Axon entstehen und weitergeleitet werden, ist klar, daß am Endknöpfchen die saltatorische oder kontinuierliche Weiterleitung beendet ist, da ja hier die Zellgrenzen sind. Es muß also eine Übertragungsmöglichkeit über die Membranen hinweg geben. 3.1.7.1 Bau einer elektrischen Synapse Bei den elektrischen Synapsen sind die Membranen an bestimmten Stellen so dicht zusammen, daß über eine Plasmabrücke durch spezielle Ionenkanäle die Ladung direkt von einer Zelle zur anderen Zelle übergehen kann. Dadurch ist eine schnelle und ungehinderte Signalübertragung gewährleistet. Neben der Netzhaut findet man diese Form der Synapse auch im Herzmuskel zwischen den Muskelzellen, in der glatten Muskulatur und im Großhirn von Ratten recht häufig.(The Journal of Comparative Neurology, Volume 376, Number 2, Pages 326-342, December 9, 1996) Man nennt die elektrischen Synapsen auch Gap Junctions. Grundsätzlich findet man Gap Junctions in allen Zellen, die in Geweben mit anderen Zellen im Kontakt stehen, z.B. Dünndarmepithel.
Solche Gap Junctions bestehen aus einem Komplex kleiner Kanäle, die die beiden Membranen fest verbinden. Links ist dies im elektronenmikropischen Bild zu sehen. (nicht zu verwechseln mit Desmosomen, Verbindungsstellen aus Keratinfasern, die Membranen verbinden) Die Kanäle werden von hexagonal angeordneten Proteinen (Connexine) gebildet, die eine Röhre (Connexon) von ca. 2 nm Durchmesser bilden. Damit passen Teilchen bis zur Atommasse ca. 1000 u (Dalton) hindurch wie Ionen, Glucose-6-Phosphat (259 u) oder cAMP (329). Somit hat das Cytoplasma beider Zellen Kontakt miteinander und die Ladungsträger der elektrischen Signale in Neuronen können problemlos in die nächste Zelle diffundieren und dort eine Depolarisierung erzeugen. Auch durch Hormone intrazellulär ausgelöste Reaktionen können so ganze Zellhaufen beeinflussen. (cAMP) 3.1.7.2 Bau und Funktion einer chemischen Synapse Bei den chemischen Synapsen gibt es keinen Kontakt zwischen den beiden Zellen. Zwischen ihnen befindet sich der synaptische Spalt. Die präsynaptische Zelle produziert auf eine Erregung hin Überträgerstoffe (Neurotransmitter), die die postsynaptische Zelle beinflussen. Man findet bezüglich des Zellkontakts verschiedene
Arten von chemischen Synapsen:
Bezüglich der Funktion gibt es excitatorische (= anregend) und inhibitorische (= hemmend) Synapsen. Excitatorische Synapsen leiten die Signale weiter, inhibitorische blockieren die Weiterleitung. Letzteres erscheint auf den ersten Blick unverständlich, beide Synapsenformen sind jedoch für die Steuerung der Organe und Muskeln unabdingbar. Nachfolgend ist eine typische excitatorische Synapse abgebildet. |
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Chemische Synapsen werden durch die prä-und postsynaptische Zelle gebildet, die ca. 20-50 nm auseinanderliegen. Dazwischen befindet sich der synaptische Spalt. Folgende Vorgänge (1-5) spielen sich ab.
Dieses EPSP hat nicht die Stärke eines AP. Die Spannungsänderung beträgt einige mV. Um die Membran über den Schwellenwert zu depolarisieren bedarf es mehrerer gleichzeitiger EPSP. Dies wird durch entsprechende AP-Frequenzen erreicht, die am Axonende die für die vollständige Depolarisation notwendige Vesikelmenge freisetzen ( beim Muskel ca. 200 Vesikel/AP, im Gehirn bei axonodendritischen Synapsen weit weniger). Jedes Vesikel enthält die gleiche Menge Neurotransmittermoleküle.
Der Neurotransmitter wird durch ein Enzym (hier Acetylcholinesterase) zerstört und somit seine Wirkung beendet. Links ein Molekülmodell dieses Enzyms. Die Färbung zeigt das elektrostatische Oberflächenpotential an. Die Wirkung der Acetylcholinesterase kann hier simuliert werden: http://www.neuroguide.com/ache.html Im Falle von Acetylcholin wird dieses in Cholin und Essigsäure gespalten. Diese werden wieder in die präsynaptische Zelle aufgenommen und mit Hilfe von CoA erneut zu Acetylcholin zusammengebaut. (siehe unten)
Die Wirkung eines Neurotransmitters dauert zwischen 0,5 und 1 ms. Andere Neurotransmitterbewirken ein Öffnen der Kalium- oder Chloridkanäle. Dadurch strömt K+ aus der postsynaptischen Zelle, was zu einer Hyperpolarisierung führt. Man nennt dieses inhibitorisches postsynaptisches Potential (IPSP). IPSPs werden durch inhibitorische Neurotransmitter wie Glycin oder GABA (= g-Aminobuttersäure; öffnet Chloridkanäle) erzeugt. Ob ein Neurotransmitter ein EPSP oder IPSP hervorruft, hängt vom Rezeptor an der postsynaptischen Membran ab. Acetylcholin erzeugt EPSPs, wenn es an den nikotinischen Rezeptor bindet. Bei Bindung an den muscarinischen Rezeptor werden IPSPs erzeugt. Die Bezeichnung nikotinisch kommt von der Tatsache,
daß das Toxin der Tabakpflanze (Nicotiana tabacum) Nikotin
an diese Rezeptoren bindet. Im ZNS und an allen Muskeln sind alle
ACh-Synapsen nikotinisch. Die postsynaptischen Ionenkanäle werden im Gegensatz zu den Na+- und K+-Kanälen des Axons nicht durch eine Spannungsänderung geöffnet, sondern durch einen chemischen Stoff. Man kennt 2 Typen Neurotransmitter/Rezeptor-Wechselwirkungen: 1. Liganden-gesteuerte Der Neurotransmitter bewirkt durch den Kontakt mit dem postsynaptischen Rezeptor eine direkte Änderung der Permeabilität des Ionenkanals. Acetylcholin, GABA und wenige andere Neurotransmitter besitzen diese Eigenschaft. (schnelle Reaktion) Die Neurotransmitter/Rezeptor-Reaktion löst an der Membran-innenseite über ein G-Protein Sekundärprozesse aus, die entweder den Transmitter/Rezeptorkomplex an einen Ionenkanal bindenund so die Permeabilität ändern (siehe links), oder über einen intrazellulären Botenstoff ( = second messenger) in der Zelle verschiedene Prozesse auslösen. (langsamere Reaktion)
In Abb.48 ist ein 7-Helix-Rezeptor abgebildet der über ein G-Protein mit einem Ionenkanal gekoppelt ist. Solche 7-Helix-Rezeptoren sind weit verbreitet und kommen auch als Hormonrezeptoren vor, allerdings mit second messenger Kopplung. Neuromuskuläre Synapsen haben einen etwas modifizierten Bau. Das Ende des Axons bildet mit dem Muskelgewebe eine motorische Endplatte. Die Abbildung rechts zeigt die Anatomie.
Rolle der Ca2+ Ionen In den Zellen sind Ca2+-Ionen normalerweise an Proteine gebunden und deshalb ist die Konzentration an aktiven freien Ca2+-Teilchen sehr gering. Je mehr APs ankommen, desto mehr Ca2+ strömt ein und je mehr Exocytose findet statt. Ca2+-Kanäle spielen ebenfalls im Herzmuskel, der glatten Muskulatur (Eingeweide) und im Muskel der Wirbellosen ein Rolle.
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Weiterführende
Quellen:
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