Das Verhältnis von Photosynthese zu Photorespiration
wird durch das Verhältnis von CO2 und O2
in der Luft bestimmt. Je höher die CO2-Konzentration,
desto höher die Photosyntheseleistung. Bis zu 20% des Kohlenstoffs,
der in der Photosynthese gebunden wird, kann durch Photorespiration
verloren gehen.
1.4.4.2 C4-Pflanzen
In den meisten Pflanzen läuft die
Photosynthese wie oben beschrieben ab. Das erste stabile Produkt
nach der CO2-Fixierung ist 3PGA. Da das Molekül
3 C-Atome besitzt nennt man diese Pflanzen auch C3-Pflanzen.
Bei allen Pflanzen erhöht sich bei warmem Sommerwetter die
Transpiration und so die Evaporation an den Blättern. Um
den Wasserverlust zu minimieren, schließen die Pflanzen
bei heißem Wetter die Stomatas. Dies bedeutet jedoch auch
ein Beschränkung der Photosynthese, da kein CO2
durch die Stomatas aufgenommen werden kann.
Einige Pflanzen tropischer und subtropischer
Herkunft wie Mais, Zuckerrohr, Hirse oder Amaranthusarten besitzen
eine Möglichkeit, selbst geringste CO2-Konzentrationen
zu nutzen. Sie haben ein Enzym namens PEP-Carboxylase mit
einer erheblich höheren CO2-Affinität als
RuBisCo. So können auch geringe Mengen CO2 verwendet
werden. Da die Produkte der CO2-Fixierung 4 C-Atome
haben, werden diese Pflanzen C4-Pflanzen genannt. Sie besitzen
auch eine etwas andere Blattanatomie.

Die Blattgefäßbündel sind von
einer Schicht dicker, chloroplastenhaltiger Parenchymzellen umgeben
(Bündelscheide), die ihrerseits von Palisadenzellen
(Mesophyll) umgeben sind. Zwischen diesen Zellen findet ein intensiver
Stoffaustausch statt. In den Chloroplasten der Mesophyllzellen
wird durch die PEP-Carboxylase CO2 an PEP = Phosphoenolpyruvat
gebunden wodurch Oxalacetat entsteht. Dieses wandert als Malat
in die Chloroplasten und zerfällt dort in Pyruvat und CO2
wobei auch NADPH+H+ gebildet wird. Beide
Zerfallsprodukte werden in den Calvinzyklus eingeschleust.

Dieser Stoffwechselweg ist also dem Calvinzyklus
vorgeschaltet und eine Anpassung an sehr warme und sonnige Klimabedingungen.
1.4.4.3 CAM
Pflanzen
Es gibt noch eine andere Strategie, um in sehr
heißem, trockenen Klima überleben zu können. Einige
Pflanzen wie Kakteen und Ananas und andere succulenten Pflanzen
wie die heimische Sedum spec. oder Kalanchoe (Crassulaceae) können
wegen des zu großen Wasserverlusts ihre Spaltöffnungen
nur nachts öffnen. Deshalb haben Sie Probleme, während
des Tages das für die Dunkelreaktion notwendige CO2
aufzunehmen.
Sedum spec.
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Nachts nehmen sie bei geöffneten
Spaltöffnungen CO2 auf und speichern es in verschiedenen
organischen Säuren. Am Tag, wenn die Lichtreaktion abläuft
und ATP gebildet wird, entnehmen sie das CO2 aus den
Speicherstoffen und führen es dem Calvinzyklus zu. Man nennt
diese Pflanzen CAM-Pflanzen was crassulacean acid metabolism
( Säurestoffwechsel der Crassulaceen) bedeutet. Bei diesen
Crassulaceen hat man diesen Stoffechsel erstmals entdeckt. Er
ist gleich wie bei den C4-Pflanzen.
Auch hier wird im Mesophyll (nachts) mit der
PEP-Carboxylase CO2 an PEP gebunden und es entsteht
Oxalacetat. Dieses wird in Malat umgewandelt und wandert über
Plasmodesmen in die Bündelscheidenzellen wo es in den Vakuolen
gespeichert wird. Am Tag wird es von den Vakuolen freigegeben
und in Pyruvat und CO2 umgewandelt, das dann zum 2.
Mal durch RuBisCo gebunden werden kann.
Zusammenfassung der besprochenen Photosynthesearten:
Die spezielle Anpassung an heißes Kliima
bei C4-Pflanzen bedeutet eine räumliche Trennung der CO2-Fixierung
und Einführung in den Calvinzyklus, bei CAM-Pflanzen findet
man eine zeitliche Trennung. Alle Spielarten sind in nachfolgendem
Schaubild zusammengestellt.
