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| 1.4 Umwandlung
von Lichtenergie in chemische Energie |
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| 1.4.2 Dunkelreaktion, Isotopenmarkierung, Calvinzyklus |
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1.4.2.2 Ablauf der Dunkelreaktion
Der genaue Ablauf der Dunkelreaktion wurde erstmals
bei Algenkulturen (Chlorella, Scenedesmus) durch Gabe von radioaktiv
markiertem CO2 (14CO2), rascher
Abtötung der Zellen und Extraktion mit heißem Alkohol
mit chromatographischer Analyse geklärt. Neben 14C
wurden auch andere b-Strahler
wie 15N, 32P, 35S und 3H
verwendet, um Stoffwechselwege aufzuklären. Man nennt diese
Methode Isotopenmarkierung.
In Abb.
46 ist eine Chlorella-Kultur, in Abb
47 verschiedene Scenedesmusarten zu sehen.
Chlorella wie Scenedesmus
gehören zum Phytoplankton in Seen, Flüssen und Bächen
(Chlorella auch im Boden).

Die Zellen wurden mit radioaktiv
markiertem CO2 (14C) versorgt. Die Algen
nahmen das CO2 auf und verstoffwechselten es. Alle
daraus entstandenen Produkte waren somit ebenfalls radioaktiv
markiert. Wenn man nun in bestimmten Zeitabständen den
Stoffwechsel unterbricht, kann man die bis dahin produzierten
Stoffe isolieren und durch ihre radioaktive Markierung und identifizieren.
Calvin verwendete die Papierchromatographie,
um die Photosyntheseprodukte zu trennen. Darauf wurde ein Röntgenfilm
gelegt. Die Schwärzung des Films zeigte die Lage der entstandenen
Produkte an. Diese Methode nennt man Autoradiographie.

In Abb.
48 ist ein Autoradiogramm eines Acrylamidgels (
hier DNA-Fragmente) zu sehen. Die grauen und schwarzen Banden
enthalten unterschiedliche Menegen an radioaktiv markierten Substanzen.
Nun konnten die Produkte, die das 14C
enthielten identifiziert werden.
Heute verwendet man auch andere chromatographische
Verfahren wie die Flüssigkeits-Szintillationschromatographie
oder Gelelektrophorese um die Auftrennung zu ermöglichen.
Hochempfindliche Autoradiographie-Filme zusammen mit digitaler
Analyse ermöglichen eine genaue Analyse (<100 mm).
Neben der Isotopenmarkierung gibt es auch eine
nicht-isotopische Markierung durch Farbstoffe. Die Stoffwechselzwischenprodukte
können dann durch z. B. Fluoreszenzspektroskopie analysiert
werden.
Bei der Dunkelreaktion der Photosynthese ergab
sich als erstes entstandenes Produkt die 3-Phospho-Glycerinsäure
(PGS), deren Konzentration bis 25 Sekunden nach 14CO2-Gabe
stark anstieg. Weitere Analysen der beteiligten Stoffe klärten
den gesamten Dunkelstoffwechsel auf, inklusive der beteiligten
Enzyme. Gleichzeitig mit dem Anstieg der PGS-Konzentration war
nämlich ein Absinken der RuDP-Konzentration zu beobachten.
Dies und andere Ergebnisse führten zu der Erkenntnis, daß
die phosphorylierte Pentose Ribulose-1,5-Bisphosphat (RuBP)
der CO2-Akzeptor der Photosynthese ist. Diesen 1. Abschnitt
der Dunkelreaktion nennt man
Carboxylierende
Phase.
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Abb. 46
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Chlorella-Kultur
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Chlorella ist eine einzellige Grünalge mit einem
sehr großen Chloroplasten,
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Abb. 47
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verschiedene
Scenedesmus-Arten
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Scenedesmus besteht aus einer linearen Kolonie von 4
Zellen.
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Abb. 48
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Bildung
von 3PGS
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Abb. 49
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Carboxylierende
Phase
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Das CO2 wird an die Ribulose-1,5-Bisphosphat
gebunden, wobei ein Zwischenprodukt mit 6 C-Atomen ensteht (C6-Körper),
das sofort in 2 C3-Körper (PGS =3-Phosphoglycerinsäure)
zerfällt. Diese Reaktion ist stark exergonisch mit DG
= -52.08 KJ/Mol.
Das Enzym, das die Bindung an RuDP katalysiert
heißt RuBP-Carboxylase/Oxygenase (RuBisCO),
und ist das am häufigsten produzierte
Enzym aller Lebewesen. 15% aller Proteine der Chloroplasten
sind RuBisCO.
In Abb. 50 sind mit Gold markierte
RuBisCO-Kristalle in einem Granum eines Chloroplasten zu sehen.
Die genaue Proteinstruktur ist bekannt (EC: 4.1.1.39). RuBisCo besteht
aus 8 Untereinheiten mit jeweils einem katalytischen Zentrum (siehe
im RASMOL-Modell unten). Es wird durch ein Metabolit der Dunkelreaktion
inaktiviert, der nachts gebildet wird und am Tag zerfällt.

Die 3-PGS wird in der 2.
Phase des Calvinzyklus zunächst in 1,3-Diphosphoglycerinsäure
(1,3-DiPGS) umgewandelt. Diese wird dann in 3-Phosphoglycerinaldehyd
(3-PGA) reduziert. Dazu werden Elektronen, Wasserstoff
und Energie benötigt und die Primärprodukte ATP und
NADPH+H+ verwendet. Man diese Phase
Reduzierende Phase.
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Abb. 50
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RUBISCO
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Abb. 51
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3D-Struktur
von RUBISCO
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Modell des RuBisCo-Moleküls aus Spinat
für 3D bitte Bild anklicken
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Abb. 52
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Katalytisches
Zentrum von RUBISCO
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Katalytisches Zentrum von RuBisCo
(Spinat (grün), Synechococcus
(braun))
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Abb. 53
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reduzierende
Phase
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Die direkte Reduktion von
3-PGS ist energetisch nicht möglich, deshalb wird zuerst die
3-PGS durch Phosphorylierung auf ein höheres Energieniveau
gehoben und kann dann reduziert werden.
In der 3. Phase geschieht zweierlei:
1. wird aus 3-PGA
über mehrer Schritte Fructose-6-Phosphat (F6P) gebildet.
(3-PGA verbindet sich mit seinem Isomeren DHAP (Dihydroxyacetonphospaht),
die beide im Gleichgewicht stehen.)
2. wird aus 3-PGA
über meherer Schritte der CO2-Akzeptor RuDP zurückgebildet.
Deshalb heißt diese Phase Regenerierende
Phase.
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Abb. 54
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Regenerierende
Phase
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Aus Fructose-6-Phosphat (F6P)
entsteht Glucose-6-Phosphat (G6P), aus dem dann entweder Stärke
oder die Transportform Saccharose oder Cellulose gebildet wird.
Die Zwischenprodukte des Calvinzyklus dienen im Intermediärstoffwechsel
zur Herstellung von Aminosäuren usw.
Da RuDP wieder regeneriert wird (über mehrere
Zwischenschritte), läuft der Gesamtvorgang zyklisch ab.

Um jedoch sowohl Glucose
(C6-Körper) als auch den Akzeptor RuDP (C5-Körper) zu
synthetisieren, muß der Zyklus 6 mal durchlaufen werden.
6 C1
(CO2) + 6 C5 =30 (RuBP) ---->12 C3 =
36 (3PGS) ----> 12 C3 = 36 (3PGA)
----> 1 C6 (Glucose) + 6
C5 = 30 (RuBP) .
Die Gesamtreaktion sieht folgendermaßen
aus:
6CO2 + 12 NADPH + 12
H+ + 18 ATP ---->
C6H12O6 + 12 NADP + 18 ADP + 18P
+ 6H2O
1.4.2.3 Zusammenfassung der Photosynthese
Wir können nun die Gesamtreaktion der Photosynthese aus Licht-
und Dunkelreaktion formulieren. Da 12 NADP benötigt werden,
müssen auch 12 H2O-Moleküle photolysiert werden.
Zusammen mit dem Calvinzyklus ergibt sich die Bruttogleichung der
Photosynthese:
6CO2 + 12H2O
----> C6H12O6 +6O2+
6H2O DG°´=
+ 2994 KJ/Mol
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Folgendes ist bemerkenswert:
- Der bei der Photosynthese entstehende
Sauerstoff kommt aus dem Wasser (siehe Photolyse des Wassers.
- Bei der Photosynthese entsteht Wasser
(siehe 12 x Durchlauf der Lichtreaktion).
- Die Photosynthese ist eine endergonische
Reaktion mit einem Energieumsatz von
DG°´
= +2994 KJ/Mol.
- Nur Blau- und Rotlicht sind in der Photosynthese
wirksam, energetisch nur Rotlicht.
- Aus den Zwischenprodukten des Calvinzyklus
stellt die Pflanze sämtliche anderen organischen Stoffe
her, sie ist autotroph.
- Kohlenhydrate sind die am häufigsten
hergestellten Substanzen in der Natur.
- RuBisCo ist das häufigste Enzym
aller Zellen dieser Erde.
- Der 21 % Sauerstoff der Atmosphäre
sind durch die Photosynthese in ca. 3,5 x 109
Jahren entstanden.
- Ohne Sauerstoff der Pflanzen hätten
sich tierische Organismen nicht entwickeln können.
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Abb. 56
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Blockschaltbild
der Photosynthese
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Die wichtigsten Moleküle der Photosynthese sind
auf der nachfolgenden Seite zusammengestellt:
Moleküle der Photosynthese
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