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Betrachtet man Pflanzenzellen, kann man leicht
erkennen, daß nur die Chloroplasten Chlorophyll enthalten.
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Chloroplasten in Elodeazellen
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Auch die anderen photosynthetisch aktiven Pigmente
sind in den Chloroplasten enthalten. Diese sind also die Photosynthese-Maschinen
der Pflanzenzellen.

Den Aufbau eines Chloroplasten haben wir im Biokurs
Klasse 11 kennengelernt.
Dabei sind uns die Thylakoide
aufgefallen, die auch Granastapel
bilden können.
In diesen Membranbereichen findet man alle beteiligten
Pigmente und im Stroma, also der Flüssigkeit, die den Innenraum
ausfüllt alle sonstigen Stoffe, die für die Photosynthese
notwendig sind.
Fassen wir zusammen, was
wir bisher über den photosynthetischen Vorgang wissen:
- Die Photosynthese ist ein energieverbrauchender
Reduktionsprozess.
- Aus CO2 und Wasser werden Kohlenhydrate
und Sauerstoff hergestellt.
- Als Energiequelle dient das Licht.
- Bestimmte Blattpigmente in den Chloroplasten
absorbieren Licht und nehmen damit dessen Energie auf.
1.4 Umwandlungvon Lichtenergie in chemische
Energie
1.4.1 Lichtreaktion, Photolyse, Elektronentransport
In vivo verlieren die Blattpigmente kaum die absorbierte
Energie in Form von Fluoreszenzstrahlung. Dies liegt an der Art,
wie sie zusammen mit anderen Stoffen in die Thylakoidmembran der
Chloroplasten integriert sind. Man findet dort mehrere Proteinkomplexe
und Proteine, darunter sind die Photosysteme
am bemerkenswertesten. Betrachten wir uns deshalb die Thylakoidmembran
genauer.
In den Thylakoidmembranen
hat man bei Kormophyten und Grünalgen
Photosysteme (PS I und PS II) gefunden.
Diese enthalten sogenannte
photosynthetische Reaktionszentren, in denen die
Blattpigmente mit noch anderen Hilfsstoffen in bestimmter Anordnung
enthalten sind. In der Nähe dieser Photosysteme liegt u.a.
ein ATP-Synthase
- Komplex, der ATP herstellt. Weitere Blattpigmente inklusive
akzessorische Pigmente (Antennenpigmente = Kollektorpigmente)
liegen dicht neben den Photosystemen.
Die Anordnung der photosynthetisch aktiven Proteinkomplexe
in der Thylakoidmembran der grünen Pflanzen ist auf nachfolgendem
Bild zu sehen:

Treffen Photonen auf die
Antennenpigmente oder Chlorophylle der Rektionszentren, werden dadurch
verschiedene chemische Reaktionen ausgelöst, wobei eine Redoxkette
entsteht (e- werden über eine Kette von Stoffen
übertragen):
- Oxidation von Chl a im Reaktionszentrum
PS II und PS I (Photooxidation)
- Reduktion von mobilem PQ
- Spaltung von Wasser
(Photolyse) in H+ und O2
- Reduktion von Cytochrom b6 und Produktion von
H+
- Reduktion von mobilem Pc und Fd
- Reduktion von NADP
(endgültiger e- - Akzeptor)
- Produktion von ATP
Cytochrome, Plastochinon, Plastocyanin und Ferredoxin
sind Elektronentrans-portproteine.
Betrachten wir uns mal ein Photosystem und die
Vorgänge bei Belichtung genauer.
PS II in Bakterien
Genau untersucht ist das Photosystem der Bakterien.
Links ist das photosynthetische Reaktionszentrum (PSII) eines
Pupurbakteriums abgebildet. Die Struktur wurde von J. Deisenhofer
& H. Michel aufgeklärt, wofür sie 1988 den Nobelpreis
in Chemie erhielten.(Structure of bacterial photosynthetic reaction
centers. Annual Review of Cell Biology , 7, 1-23.(1991) )
Es besteht aus Proteinen (violett, gelb,
rot) u. a. Cytochrom b559, einem Redoxenzym
mit vielen Helixanteilen und Pigmenten (cyan)
und Hilfsstoffen (rot) im Inneren (oben).
Man geht davon aus daß die Reaktionszentren der höheren
Pflanzen ähnlich aussehen. Sie sind dort in der Thylakoidmembran
enthalten.

In diesen Reaktionszentren findet
die Umwandlung der Lichtenergie in chemische Energie statt.
Die Chlorophyllmoleküle liegen
räumlich mit anderen Hilfsstoffen so angeordnet, daß
die absorbierte Lichtenergie nicht in Form von Fluoreszenz abgestahlt
wird, sondern auf e- -Akzeptoren übertragen wird.
Die Abbildung
links zeigt die Anordnung der Pigmente und Hilfsstoffe im Reaktionszentrum
(PSII) in den photosynthetischen Purpurbakterien wie z. B. Rhodopseudomonas
viridis.
Man findet
- Bacteriochlorophyll,
- Bacteriophäophytin,
- Chinone und
- Carotinoide.
Das Licht wird von einem speziellen Chlorophyllmolekül-Paar
(DL /DM = Dimer) absorbiert (Überlappung
der beiden Pyrrolringe führt zu
p - p Wechselwirkung), was zu dessen
Oxidation führt. Nach 3 Picosekunden ist das Elektron auf ein
anderes Chlorophyll - Molekül übertragen (BA).
Von hier wird das Elektron bis QB weitergegeben.
Der Elektronentransfer kann wie folgt dargestellt werden:
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Reaktion
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Bemerkung
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D >
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D* |
Durch
die Lichtabsorption wird das Chlorophyll-Dimer in den 1. angeregten
Singuletzustand versetzt (D*) |
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D* + BA >
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D;+
+ BA- |
Anregung
des benachbarten Chlorophyllmoleküls durch Resonanztransfer
und Reduktion (BA-) |
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BA-
+ fA
>
|
BA
+ fA- |
Reduktion
des Bacteriophäophytins
( f A
) |
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fA-
+ QA >
|
fA
+ QA- |
Reduktion des A-Chinons
(QA) |
|
QA- + QB
+ 2H+ >
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QA
+ QBH2 |
Reduktion
des B-Chinons und Bildung von Hydrochinon (QBH2) |
Alle genannten Stoffe außer Hydrochinon
sind fest an die Proteine des Zentrums gebunden. Hydrochinon (QBH2)
nicht, weshalb dadurch ein e- - Transport zu Stoffen
außerhalb des Zentrums zustande kommt. Dies führt zu
einem Protonengradient der benutzt wird, um an einer anderen Membranstelle
ATP herzustellen.
Das photooxidierte Bacteriochlorophyll wird durch
ein benachbartes Redoxenzym: Cytochrom
wieder reduziert.
PS II in höheren Pflanzen
In höheren Pflanzen besteht das Reaktionszentrum
PSII aus mindestens 18 Proteinuntereinheiten darunter Cytochrom
b, aus 4-6 Chl a, davon
ein P680, aus 2 b-Carotin
und 2 Phäophytin a. Außerdem
enthält es ein Wasser-Oxidations-Zentrum mit 4 Mn-Atomen.

Wird P680
(Chl a) angeregt, findet ein e- -Fluß über
Phäophytin und Chinon statt, was zu einem reduzierten Chinon
führt. Das e- - Defizit des P680 wird durch die
Spaltung eines H2O-Moleküls über den Mn-Komplex
wieder ausgeglichen.
Man nennt die Wasserspaltung als Folge der Lichtanregung
Photolyse. In der Umgebung des PSII sind
mehrere andere Chlorophylle und die akzessorischen Pigmente Carotinoide
und Xanthophylle eingelagert.
Werden diese von Licht (Photonen)
getroffen, leiten sie die Energie per Resonanztransfer
an das Reaktionszentrum weiter. Letztendlich erhält P680 die
absorbierte Energie. Die akzessorischen Pigmente fungieren also
wie Antennen zum Einfangen der Lichtenergie. Man nennt sie deshalb
auch Antennenpigmente.
Resonanztransfer
Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer (FRET) ist
eine abstandsabhängige Wechselwirkung zwischen zwei angeregten
Farbstoffmolekülen, bei der die Anregungsenergie von einem
Donormolekül auf eine Akzeptormolekül übertragen
wird, ohne daß Photonen abgestrahlt werden.
FRET hängt vom Kehrwert der 6. Potenz des
Molekülabstandes ab.
PS I in höheren Pflanzen
Das Photosystem I (PS I) der höheren Pflanzen
ist prinzipiell ähnlich wie PS II aufgebaut. Es besteht aus
einem Zentralpigment P700 (700 zeigt die absorbierte Wellenlänge
an) und verschiedenen e--transportierenden Stoffen.

Zwischen PS II und PS I findet der e-
-Transport durch die frei beweglichen Redoxproteine Plastocyanin
(Pc) und Plastochinon
(PQ) statt. Die Verbindung zwischen beiden stellt der Cytochrom
b6f-Komplex her.
Um das PS I sind wieder verschiedene Chlorophyll
und Antennenpigment-bindene Proteinkomplexe gelagert (H,G,L,K,J).
Auf ein P700- Molekül kommen so ca. 225 Chl a und b Moleküle
als Photonenfänger.
In Zusammenhang mit dem PS I-Komplex steht mit
Ferredoxin (Fd) als Vermittler
das Enzym NADP-Reduktase
das den Elektronenakzeptor NADP reduziert.
Alle bekannten, am Elektronentransport beteiligten
Stoffe können noch einmal hier betrachtet
werden.
Den Gesamtüberblick zeigt das 1.
Bild im Kapitel Lichtreaktion und die nachfolgende Abbildung:
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