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Dipl.Biol. ErnstGeorg Beck Der K Koppler Ein neuer akustischer Impedanzwandler Ein Lautsprecher ist ein elektromechanischer Wandler
der, wie der Name schon sagt, elektrische in akustische Signale transformiert.
Im einfachsten Fall strahlt
eine Membrane Schall direkt an die umgebende Luft ab (Direktstrahler).
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die schallabstrahlende
Membran durch ein Horn an die Luft anzukoppeln. Eine Sonderform davon
stellt der hier beschriebene KKoppler dar.
Solche Systeme erzeugen aufgrund der schwingenden Luftsäule
Resonanzen. Schall wird praktisch nur bei einem Verhältnis von
Länge der Röhre/ Wellenlänge von 1/4, 314, 514, 7/4 usw.
abgestrahlt. Um mehr Resonanzen zu erzeugen, kann die Pfeife seitlich
zusätzliche Öffnungen enthalten. Dies ist bei vielen Blasinstrumenten
verwirklicht. Karlson dachte diese Konstruktionsidee zu Ende, indem
er unendlich viele sich vergrößernde Öffnungen in Längsrichtung
anbrachte, wobei sich ein Schlitz ergab, der bei unendlich vielen Frequenzen
Resonanzen erzeugte. Entlang einer solchen Öffnung ist ein gleichmäßiger
Schallaustritt gewährleistet. Der Schlitz kann sich nach verschiedenen
mathematischen Funktionen erweitern. Karlson befand eine exponentielle
Erweiterung als die beste. Da sich das Ende der Pfeife an einer Stelle
befindet, wo praktisch alle Schallenergie die Röhre verlassen hat,
sind Reflexionen minimal. Dies führt zu einem außerordentlich
glatten Strahlungsimpedanz bzw. Frequenzverlauf [2]. Durch Verwendung eines Horns (z. B. Exponentialhorn) erfolgt
ebenfalls ein stetiger Übergang des hohen Strahlungswiderstandes
am Horneingang in einen niedrigen Strahlungswiderstand am Hornausgang.
Endliche Hörner haben jedoch einen abrupten Übergang Horn
Luft und erzeugen so am Hornmund, wie endliche Pfeifen, Reflexionen
(Bild 2). Dies ist einer der entscheidenden Unterschiede zwischen Hornausführungen
und dem K-Koppler. Frequenzgang und Wirkungsgrad Der Frequenzgang des KKopplers wird u. a. durch die mathematische Funktion der Schlitzöffnung und die Länge der Röhre bestimmt. Die untere Grenzfrequenz entspricht der Wellenlänge, die viermal so groß ist wie die Länge des KKopplers, wobei die Dämpfung der Frequenzkurve bei ca. 12 dB/Oktave liegt. Eine obere Grenzfrequenz ergibt sich |
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weder theoretisch noch praktisch. Die Mittelhochtonausführung
des KKopplers "The Tube" erzeugt mit dem Druckkammersystem
TAD 2001 einen glatten Frequenzverlauf bis über 20 000 Hz. Da der Strahlungswiderstand oberhalb der unteren Grenzfrequenz
dem einer unendlichen Pfeife bzw. einem Exponentialhorn bei hohen Frequenzen
entspricht, gelten für den Wirkungsgrad des KKopplers Werte
um ca. 50 %. Exponentialhörner z. B. können diesen Wert jedoch
nur in einem schmalen Frequenzband erzeugen. Anders der KKoppler,
der von der unteren Grenzfrequenz bis über 22 000 Hz eine gleichbleibend
hohe Effizienz besitzt. Verzerrungen Der KKoppler hat im Gegensatz zu Hörnern keine
enge Eintrittsöffnung. Deshalb können auch keine dadurch verursachten
Verzerrungen auftreten, Messungen ergaben weder Hinweise auf Harmonische
noch IntermodulationsVerzerrungen [3]. Auch Hörversuche
erlauben keine Rückschlüsse in dieser Hinsicht. Beim direkten
Vergleich zwischen "The Tube" und verschiedenen Longthrow,
Radial und Diffraktionshörnern zeigte der KKoppler gutes Auflösungsvermögen,
große Dynamik und Verfärbungsfreiheit. Abstrahlverhalten Aufgrund der Konstruktion des K-Kopplers wird Schall auf
andere Weise als bei gängigen Systemen projiziert. Die Schallabstrahlung
durch den Schlitz wird durch Reflexionen an den Innenwänden der
Röhre bestimmt. Dadurch ist die horizontale Abstrahlung durch die
Form der Querschnittsfläche bedingt. Eine Kombination flacher Wände
produziert sogenannte "Lobes" [Polardiagramm der Multizellarhörner
in [1]). Elliptische oder kreisförmige Querschnitte erzeugen eine
nahezu halbkreisförmige frequenzunabhängige Projektion.
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Gerade dies ist mit Hörnern nur näherungsweise zu erzielen. Beim "Tube" wurde ein horizontaler frequenzunabhängiger Abstrahlwinkel von ca. 120° gemessen. Dabei hat jede Frequenz ihre definierte Austrittsstelle entlang des Schlitzes. Vertikal strahlt das Rohr in einer nahezu flachen Ebene ab, die je nach verwendetem Druckkammersystem in einem Winkel von ca. 35° unterhalb der Längsachse der Röhre liegt und sich bei zunehmendem Abstand nicht vergrößert.Diese Projektionseigenschaften erlauben den KKoppler im Mittelhochtonbereich als ShorthrowEinheit einzusetzen. Andererseits lassen sich Frequenzmessungen wie sie z. B. bei Hörnern und Direktstrahlern durchgeführt werden, mit solchen von KKopplern nur bedingt vergleichen: Eine Schallpegelmessung in einem Meter Abstand liefert eine nichtlineare Charakteristik in Abhängigkeit vom Meßwinkel. Weiterhin von Betracht ist die Tatsache, daß im Gegensatz zu Hörnern der Schallpegel bei doppeltem Abstand nicht auf 1/4 abfällt, sondern sich halbiert [3]. Abbildung 1 Akustische Impedanz einer endlichen Pfeife (oben), eines endlichen Exponentialhorns (Mitte) und eines K-Kopplers (unten). ZA1=Eingangsimpedanz, ZA2= Aus-gangsimpedanz, rA1=Realteil von ZA1, XA1=Imaginärteil von ZA1 |
Praktische Ausführung des KKopplers: BaßhybridGehäuse
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Abbildung 2: Baßhybridgehäuse als Kombination aus Baßreflexgehäuse und K-Koppler |
Die älteste Anwendung des KKopplerprinzips
ist als BaßhybridGehäuse realisiert (Abbildung
2). Diese Konstruktion stellt hauptsächlich
eine Kombination von KKoppler und Baßreflexsystem dar. Das
relativ kleine Gehäuse erlaubt eine Abstrahlung von ca. 50...900
Hz bei hohem Wirkungsgrad. Jedoch zeigt die Frequenzkurve mindestens
zwei konstruktionsbedingte Nullstellen. Weiterhin fällt der Schalldruck
bei ca. 900 Hz um 6 dB ab. Die Nullstellen resultieren aus der Verwendung paralleler Wände in der eine Röhre simulierenden Kammer 1. Kammer 2 hinter dem Lautsprecher ist mit Kammer 1 durch die Öffnung X verbunden. Der Lautsprecher strahlt also rückwärtig durch ein System von zwei Kammern, was ebenfalls für Einbrüche im Frequenzgang sorgt. Aufgrund der vertikalen Länge von 80 cm wird durch den KKoppler Schall bis ca. 130 Hz abgestrahlt. Unterhalb davon arbeiten die beiden Reflexöffnungen. Die direkte Abstrahlung des Lautsprecherchassis verstärkt den oberen Frequenzbereich. Der nichtlineare Frequenzgang ist weiterhin auf stehende Wellen im KKoppler und die senkrechte Aufstellung zurückzuführen.
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Diese Box erfreut sich seit 1980/81 steigender Beliebtheit auf dem professionellen Beschallungssektor. Als Baßteil für kleine PAAnlagen und Instrumententalbox hat sie trotz der erwähnten Charakteristiken durch ihre geringe Größe und relativ hohen Wirkungsgrad schon etliche Musiker überzeugt. Leider ist auf dem PAMarkt das "Leergehäusefieber" ausgebrochen, wobei dem Musiker die Wahl der Lautsprecherchassis überlassen wird. Dies, zusammen mit finanziellen Uberlegungen, führt meist zu Gehäusen, die nur einen Bruchteil dessen leisten, wozu sie bei richtiger Abstimmung in der Lage wären; so auch bei diesem KKoppler. |
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Das "Tube" Ein weiterer derzeit auf dem Markt befindlicher KKoppler
ist das Modell "The Tube" (Bild 3 und 4). Diese Konstruktion stellt die Reinform des KKopplers für den Mittelhochtonbereich dar. Als Lautsprecher kommen nur Druckkammersysteme in Betracht. Aufgrund seiner Größe und seinem akustischen Verhalten ist dieses Modell eine echte Alternative für alle ShorthrowHörner. |
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Die besonderen Eigenschaften des Tubes können nur
dann voll genutzt werden, wenn Treiber mit sorgfältig konstruierten
PhasingPlug verwendet werden. Mitteltontreiber, die einen Bereich
von 500 bis maximal 6000 Hz abstrahlen, wie von EV, Fane, RCF, H+H und Beyma sind deshalb ungeeignet. Dagegen werden mit Breitband-Druckkammer-systemen von TAD, JBL, Altec, Emilar, Coral und Beyma gute Ergebnisse erzielt, da diese Systeme erst bei 17 000 bis 22 000 Hz ihre obere Grenzfrequenz erreichen. Abbildung 3 Mit einer Röhre, entlang deren Längsachse sich ein Schlitz exponentiell Öffnet, verband John E. Karlson mit seiner Erfindung die Vorteile akustischer Hörner mit großer Bandbreite und breiter horizontaler Abstrahlung. Hier sieht man das "Tube", eine Mittelhochtoneinheit. |
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Perspektiven Die prinzipell neuen Eigenschaften des KKopplers
bieten genügend Raum für weitere Entwicklungen. Besonders
die Anwendung der Thiele/SmallTheorie verspricht eine Optimierung der
bisherigen Systeme. Theoretisch läßt sich auch für den
Tiefbaßbereich ein KKopper konstruieren. Dieser müßte
jedoch für die Abstrahlung von 30 Hz ca. 3,5 Meter lang sein, was
wohl bei kommerzieller Nutzung ein limitierender Faktor darstellt. Praktische
Lösungen stellen deshalb ähnlich wie bei Baßhörnern
gefaltete Systeme oder Kombinationen mit anderen akustischen Prinzipien
dar. Entsprechende Experimente werden derzeit bei BEC-Audio durchgeführt.
Es existieren Prototypen, die bei geringer Bauform eine tiefe Baßwiedergabe
mit hohem Wirkungsgrad erzeugen. Weiterhin sind Systeme für den Baß/ Mittenbereich zwischen 200 und 2000 Hz denkbar. Leider existiert gerade für diesen Frequenzbereich zur Zeit nur ein geeigneter Hochleistungslautsprecher (M4, Community, Light + Sound). Die Zukunft wird zeigen ob die vergleichsweise ungewöhnliche Bauform und Abstrahlung akzeptiert wird und wo das KKopplerprinzip in der Praxis Vorteile vor anderen Systemen hat. |
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Literatur [1] Olson, H.F.: "Acoustical Engineering. Van Nostrand
1957. [2] Poppe: "The KCoupler, a new acoustical lmpedance
transformer``, EEE Transactions on Audio and Electroacustics, Vol Au
14No 4, 1966, seite 163. [3] Zintz, W.: Engineering Letter No. s, TPC. [4] Olson, H.F.: Music, Physics and Engineering, Dover Publications 1967. Dieser Artikel wurde 1982 in der Fachzeitschrift Funkschau, Sonderheft Nr. 39 Musik und Elektronik veröffentlicht.
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